Dinslaken: Peinliche Rathaus-Panne

Dinslaken: Peinliche Rathaus-Panne

Bauausschuss und Kulturausschuss haben zugestimmt. Das Buschwerk am Burgtheater ist bereits gerodet. Doch aus dem Bau der neuen Toilettenanlage wird nichts. Der Denkmalschutz spielt nicht mit.

Rathaussprecher Horst Dickhäuser räumte am Donnerstag ohne Umschweife einen "groben handwerklichen Schnitzer" ein, für den der Bürgermeister als Verwaltungschef formell die Verantwortung übernehme. Intern werde Michael Heidinger mit organisatorischen Maßnahmen sicherstellen, dass solch ein Fehler künftig nicht mehr vorkomme.

Was ist passiert? Die Bauabteilung hatte die Planung der Toilettenanlage an einen Architekten vergeben, der nach ihren Vorgaben das neue oberirdische Gebäude — immerhin rund 27 Meter lang — nahezu mittig auf dem Wandelgang der Freilichbühne platzierte. Dieser Standort war im Kulturausschuss durchaus skeptisch gesehen worden.

Ein Trum von Gebäude an dieser Stelle, so fanden einige Politiker, störe doch ganz erheblich die Atmosphäre des schönen Burgtheaters. Doch fand sich letztlich eine Mehrheit für den Neubau. Schließlich ist der unhaltbare Zustand der alten Toiletten schon seit langem ein Thema, und die Politik wollte, dass bis zum Fantastival im Sommer die neue rund 270 000 Euro teure Anlage steht.

Daraus dürfte wohl kaum etwas werden. Denn Dinslakens Bauverwaltung hat dummerweise vergessen, das Bauvorhaben mit dem Denkmalschutz abzustimmen. Da die alte Freilichtbühne aber unter Denkmalschutz steht, hat dieser ein gewichtiges Wort mit zu sprechen. Das haben die Denkmalschützer jetzt auch getan und dabei eindeutig klar gemacht, das, was da im Technischen Rathaus ausgetüftelt worden ist, keine Chance auf Verwirklichung hat. "In der Form geht es überhaupt nicht", erklärte dazu Dickhäuser.

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Wie's jetzt weitergeht? Eine neue Planung muss her. Da die zur Parkstraße im rückwärtigen Teil der Freilichtanlage gelegene Künstlergarderobe ebenfalls saniert werden soll, böte es sich an, dort auch die Toilettenanlage zu planen, nannte Dickhäuser eine Möglichkeit.

Ob es möglich ist, bis zum Sommer eine solche neue Planung zu entwickeln und zu verwirklichen, ist allerdings ungewiss. Dazu kommt noch, dass die Mehrheit des Rates bekanntlich die Verabschiedung des Etats verschieben und damit derartige Bauprojekte vorläufig auf Eis legen will.

Es spricht also viel dafür, dass die vielen Gäste des Fantastivals sich auch in diesem Sommer mit der alten Toilettenanlage zufrieden geben müssen. In welcher Höhe Planungskosten für den jetzt gestoppten Bau in den Sand gesetzt worden sind, konnte der Rathaussprecher gestern noch nicht beziffern.

(RP)