Dinslaken: Parteichef Perkovic bricht mit der FDP

Dinslaken : Parteichef Perkovic bricht mit der FDP

Gerald Schädlich will nun für das Amt des Dinslakener Vorsitzenden kandidieren. Vorgeschlagen wird, dass der nächste Ortsparteitag der Liberalen mit Vorstandswahlen am 14. Februar stattfindet.

Der FDP-Kreisvorstand hat entschieden. Und Mirko Perkovic hat nach dem Votum für sich die persönlichen Konsequenzen gezogen. Der bisherige Dinslakener Parteichef der Liberalen erklärte seinen sofortigen Austritt aus der FDP und legte das Amt des Vorsitzenden nieder. "Mein Ratsmandat behalte ich als Parteiloser, um endlich wieder liberale Politik machen zu können. Die FDP ist von nun an außerratsmäßige Opposition."

Der Kreisvorstand der FDP war am Mittwochabend in Xanten zusammengekommen, um über die Aufnahme von fünf Mitgliedern aus Dinslaken zu entscheiden. Das Gremium sprach sich dafür aus, allen Aufnahmen zuzustimmen. Und dies, obwohl sich der Dinslakener Parteichef bei zwei Bewerbern (ein Ehepaar) dagegen ausgesprochen hatte und auf einen gleichlautenden Beschluss seines Vorstandes vom 17. Januar verwies. Perkovic hatte bereits vorher angekündigt, nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren, falls weitere Mitglieder der Familie Schädlich aufgenommen würden. Bei dem neu aufgenommen Ehepaar handelt es sich um Familienangehörige von Gerald Schädlich, der für die Dinslakener FDP als sachkundiger Bürger in Ratsausschüssen tätig ist. Er ist allerdings nicht dem Kreis um Mirko Perkovic zuzurechnen, sondern hat eigene Parteifreunde um sich gesammelt.

Perkovic hatte die Nichtaufnahme der Familienangehörigen damit begründet, dass bei de Bewerber schon einmal Mitglied der FDP Dinslaken gewesen seien und nach der Wahl der Reserveliste für die laufende Ratsperiode aus der Partei ausgetreten seien. Er geht davon aus, dass die Eheleute ihrem Verwandten durch den erneuten Eintritt einen guten Listenplatz verschaffen wollen. Kein Verständnis für das Votum des Kreisvorstandes hat Mirko Perkovic, der sich im RP-Gespräch als "zutiefst erschüttert" gab. "Das ist nicht mehr meine FDP", stellte er fest.

Gerald Schädlich wird für den Vorsitz kandidieren. Foto: hsd

Den Rücktritt von Mirko Perkovic bedauert Gerald Schädlich, auch da das Bild, das dadurch vermittelt werde, dem Ansehen der Dinslakener FDP nicht zuträglich sei. Zudem habe die Partei nun zwei Jahre lang keinen Vertreter im Rat, was ihr aber möglicherweise ganz gut tun könne. "Vielleicht wird es dann in Dinslaken ruhiger, und wir können uns der politischen Arbeit widmen", sagte Gerald Schädlich. Trotz der internen Querelen, so FDP-Mitglied Denis Jegelka, habe auch in der Vergangenheit Parteiarbeit stattgefunden. Der 44-Jährige kündigte an, bei den nächsten Vorstandswahlen für ein Amt kandidieren zu wollen.

Ursprünglich war vorgesehen, dass der nächste Ortsparteitag mit Wahlen am 7. Februar stattfindet, dieser Termin wurde vom Vorstand allerdings ausgesetzt und ein Parteitag mit Aussprache für den 6. Februar terminiert.

Angesichts des Rücktritts des Vorsitzenden machen Schädlich und Jegelka sich nun dafür stark, dass der stellvertretende Vorsitzende Said Ashrafnia zu einem Ortsparteitag mit Wahlen einlädt, der am 14. Februar stattfinden könnte. "Es soll wieder Ruhe einkehren, damit wir mit der politischen Arbeit durchstarten können", wünscht sich Jegelka. Den Rücktritt von Perkovic bezeichnet er "als mutige und richtige Entscheidung, um weiteren Zwist in der Partei zu vermeiden".

Gerald Schädlich hat einen Schlussstrich gezogen, den Blick nach vorn gerichtet und sieht einen Neuanfang für die Partei. Dafür, dass der gelingt, will Schädlich sich einsetzen. "Ich bedauere die rückwärtsgewandte Debatte der Vergangenheit. Wir brauchen jetzt eine starke FDP vor Ort", so Gerald Schädlich.

(hsd)
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