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Optimismus bei Voerder Karnevalisten

Unterstützung durch die Stadt : Optimismus bei Voerder Karnevalisten

Trotz geringerer Zuschüsse der Stadt gelingt es dem VKV Jahr für Jahr, einen attraktiven Zug auf die Beine zu stellen.

Zehn Jahre ist es nun her, als der Voerder Karnevalsverein (VKV) mitgeteilt bekam, dass die Stadt ihre finanziellen Zuwendungen zurückfahren wird. Geld in Höhe von 12.000 Euro gab es fortan nur noch alle zwei Jahre. „Natürlich war das für einen gemeinnützigen Verein, wie wir es sind, keine einfache Aufgabe, trotz geringerer Mittel einen Karnevalszug dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen“, sagt Stefan Schmitz, bis vor einem Jahr noch Vorsitzender des Vereins und aktuell stellvertretender Geschäftsführer.

Bisher ist es den Voerder Narren stets gelungen, in den Jahren 2012, 2014, 2016 und 2018 den Zug durch die Stadt auf die Beine zu stellen. „Ohne unsere Sponsoren, wobei man vor allem die Niederrheinische Sparkasse erwähnen muss, wäre es allerdings nicht gegangen“, weiß Schmitz und verweist in diesem Zusammenhang auf die Unterstützung durch die Stadtwerke Voerde, die sich um die Wasserversorgung kümmern, sowie die Hilfe der Firmen Langenfurth (Absperrungen) und Drekopf (Straßenreinigung, Sicherheit).

Schmitz beziffert die Kosten des Voerder Zuges auf mehr als 20.000 Euro. Da kam es den Karnevalisten schon sehr entgegen, dass ihr Antrag bei der Stadt, einen Zuschuss wieder in jedem Jahr zu erhalten, bewilligt wurde. Statt der 12.000 Euro, die in den ungeraden Jahren fließen, gibt es nun aus der Stadtkasse jedes Jahr 6000 Euro. „Das stellt in der Summe zwar keine Veränderung dar. Aber diese Kontinuität macht es für uns überschaubarer und hilft uns schon bei der Durchführung der Großveranstaltung“, sagt Schmitz. Trotzdem müssen sich die Organisatoren in jedem Jahr aufs Neue etwas einfallen lassen, damit das karnevalistische Treiben in Voerde weitergeht – und nach Möglichkeit immer ein bisschen bunter und ausgefallener.

Ideen haben die Voerder Karnevalisten. In diesem Jahr werden Mitglieder des Vereins als „Panzerknacker“ vor dem Zug herlaufen, um von den Besuchern am Straßenrand den „Zug-Zaster“ zu kassieren. „Es geht uns um einen Zug-Solidaritätsbeitrag. Denn wenn jeder nur einen Euro spenden würde, wäre das schon eine große und wichtige Hilfe“, sagt Schmitz, der in diesem Jahr ein karnevalistisches Jubiläum feiert.

Seit 22 Jahren arbeitet der gebürtige Voerder im Vorstand des VKV mit. Weitere 26 Jahre zuvor wurde der Karnevalszug in Voerde aus der Taufe gehoben. Der Kegelclub „Krumme 9“ war der Urheber, zog bei der ersten Auflage des Zuges im Jahr 1972 als einziger Wagen, begleitet vom Tambourcorps, durch die Straßen. Kurios: Ein an diesem Tag stattfindendes Fußballspiel wurde sogar extra unterbrochen, um allen die Gelegenheit zu geben, den vorbeiziehenden Wagen beobachten zu können.

In der Folgezeit erlebte der stets am Sonntag vor dem Rosenmontag über die Bühne gehende Zug eine rasante Entwicklung. „In den Hochzeiten hatten wir bis zu 60 Gruppen, die teilgenommen haben. Da war dann aber auch die Grenze dessen, was wir stemmen können, erreicht“, sagt Stefan Schmitz. In diesem Jahr sind 40 aktive Teilnehmer mit von der Partie, die sich auf 23 Motivwagen, 14 Fußgruppen und drei Spielmannszüge verteilen. Hinzu kommen am Straßenrand, je nach Wetterlage, bis zu 25.000 Narren. Und die feiern nach dem Ende des um 11.11 Uhr am Haus Voerde beginnenden Zuges, der etwa zwei Stunden dauert, noch bis gegen 17 Uhr in den Straßen der Stadt.

„Die Karnevalszeit ist eine schöne, aber auch stets eine sehr stressige Zeit“, so Schmitz, der optimistisch ist, dass das jecke Treiben in Voerde eine gute Zukunft hat. „Wir haben Sponsoren, die uns treu sind. Für den Karneval braucht man aber auch Aktive aller Altersklassen. Und auch die haben wir.“