"Oldies Singen!" in der Gaststätte König in Dinslaken

Schlager und Pop : Kneipensingen mit Motorbiene und Schneewalzer

Im Saal der Gaststätte König am Altmarkt sangen Lutz Berner und Volker Bellingröhr mit Menschen im besten Alter.

Auf der Leinwand im Saal der Gaststätte König am Altmarkt ist eine Holzwand zu sehen. Davor wird ein Metronom eingeblendet, dass im Takt hin und her wippt. „Das ist der Schunkel-O-Mat“, erklärt Kneipensänger Volker Bellingröhr und stimmt, gemeinsam mit seinem Gesangskollegen Lutz Bernder, den Text des „Schneewalzers“ an, während die Besucher auf ihren Stühlen schunkeln. Die Kneipensänger schließen ein Medley aus Liedern im Schunkeltakt an und die Besucher beim „Oldies Singen!“ singen diese natürlich mit. „Rot sind die Rosen“, tönt es durch den Saal. Dann wechseln Musiker und Publikum zu „Wenn das Wasser im Rhein goldner Wein wär“ und schließlich zu „Kornblumenblau“. „Weiterschunkeln! Weiterschunkeln!“, feuert Volker Bellingröhr das Publikum an.

Das geschunkelte Medley ist nur einer der Höhepunkt beim „Oldies Singen!“, das die beiden Kneipensänger in Kooperation mit dem Arbeitskreis Offene Altenarbeit und dem Seniorenbüro der Stadt Dinslaken auf die Beine stellen. Und der Saal ist voll zur dritten Ausgabe der Veranstaltung. Gemeinsam Lieder zu singen, die man schon seit der Jugend kennt oder mit denen man aufgewachsen ist, scheint für die Gäste, fast alle im Seniorenalter, ein großer Spaß zu sein. Zumindest singen fast alle mit, wenn die Kneipensänger, sich selbst auf ihren akustischen Gitarren begleitend, auf eine Zeitreise durch die Musikgeschichte der vergangenen Jahrzehnte starten. Volkslieder wie „Kein schöner Land“ und Evergreens der Marke „Tulpen aus Amsterdam“ tönen durch den Raum. Aber auch poppige Töne sind zu hören. So stimmen die beiden Sänger mit dem Publikum das Lied „Yellow Submarine“ von den Beatles an – allerdings mit deutschem Text. „Es wird heute kein Englisch gesungen. Das ist die Strafe für den Brexit“, kommentiert Volker Bellingröhr. Und gar rockige Töne wie beim Lied „Motorbiene“ sind zu hören. Da tanzt sogar eine Besucherin hinter den Stuhlreihen auf der Stelle.

Auf der großen Leinwand werden dabei nicht nur die Liedtexte zum Mitsingen eingeblendet. Volker Bellingröhr hat ein Potpourri von visuellen Gags mit in die Präsentation eingebaut, in der sich auch die Liedtexte befinden. So flitzt die Zeichentrick-Maus Speedy Gonzales über die Leinwand, während die Besucher die deutschsprachige Version des gleichnamigen Liedes von Rex Gildo anstimmen. Zwischendurch baut Bellingröhr auch noch ein kleines Kneipenquiz in das Konzert ein, das die Gäste im Saal des König am Altmarkt ebenfalls gedanklich in die Vergangenheit führt. Denn hier sollen sie erraten, was bei älteren Werbeplakaten fehlt oder was das Besondere ist. Oder in der Rubrik „Helden unserer Jugend“ die Namen von Känguru Skippy, Hund Lassie und – hier blendet Bellingröhr das Bild eines Spielautomaten ein – Flipper herausfinden. Lacher von Seiten der Zuschauer, die an diesem Abend sehr viel Spaß beim „Oldies Singen!“ haben.

(fla)
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