Dinslaken: Offensive: Pflastersteine für bessere Luft

Dinslaken: Offensive: Pflastersteine für bessere Luft

Die Gruppe um Ratsherr Heinrich Mühmert macht sich bei kommunalen Bauvorhaben für den Einsatz von modernen Baustoffen stark. Photoment als Zusatzstoff in Baumaterialien aus Beton könnte schädliche Stickoxide abbauen.

In Dinslaken sind Belastungen der Umwelt durch den Autoverkehr längst ein Thema. Auch die Diesel-Debatte machte vor der Stadt nicht halt. Im vergangenen Jahr veröffentlichte das Bundesumweltministerium eine Liste, nach der die Stadt den Grenzwert der Stickstoffdioxidbelastungen im Jahresmittel 2016 überschritten hat. Schnell wurde die Befürchtung laut, Diesel-Fahrverbote könnten verhängt werden. Ratsherr Heinrich Mühmert, Vorsitzender der Offensive Dinslaken, und sein Stellvertreter Ferdinand Thomas fragen sich deshalb schon seit langem, warum die Dinslakener Verwaltung in dieser Situation nicht einen Vorschlag der Offensive aufgreift und bei Bauprojekten umweltfreundliche und nachhaltige Baumaterialien einsetzt, wie beispielsweise Photoment. Denn dieser Zusatzstoff ist in der Lage, gesundheitsschädliche Stickoxide aus der Luft abzubauen.

Bei Photoment handelt es sich um ein Produkt der Firma Steag Power Minerals, die ihren Unternehmenssitz an der Duisburger Straße in Dinslaken hat. Die Offensive nahm Kontakt zur dem heimischen Unternehmen auf, drei Vertreter der Gruppe besuchten es dann im Oktober 2017. Empfangen wurden sie von Carsten Waldmann, Prokurist von Steag Power Minerals, der ihnen die Wirkungsweise von Photoment erläuterte. Bei diesem Produkt handelt es sich um einen photokatalytisch aktiven Zusatzstoff mit Titanoxid, der bei der Herstellung von Baumaterialien aus Beton (beispielsweise Pflastersteine) verwendet wird. Licht setzt auf einer Oberfläche, die Photoment enthält, eine Reaktion in Gang, durch die gesundheitsschädliche Stickoxide aus der Luft abgebaut werden. Außerdem führt diese photokatalytische Reaktion, wie aus der Produktbeschreibung hervorgeht, dazu, "dass sich Tau und Regenwasser auf der Oberfläche ausbreiten. Dadurch werden Schmutzpartikel und organische Substanzen unterspült und mit den nächsten Niederschlägen leichter abgespült". Die Oberflächen reinigen sich also quasi selbst und bleiben daher länger sauber.

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"Im Zuge des Baus der Neutor-Galerie hatte der Neutorplatz schon damals mit solchen Baumaterialien gepflastert werden sollen", sagt Heinrich Mühmert und kritisiert, dass es auf Hinweise und Anträge der Offensive von Seiten der Verwaltung keine Reaktion gegeben habe. Der Vorsitzende verweist auf entsprechende Anträge aus den Jahren 2011 und 2012. Er und sein Stellvertreter plädieren dafür, im Zuge der weiteren Innenstadtentwicklung bei Bauvorhaben, wie beispielsweise der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, solche umweltfreundlichen Baumaterialien zu verwenden. In einem Brief an Bürgermeister Michael Heidinger hat Mühmert für die Offensive die Thematik nun erneut vorgebracht.

(hsd)
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