Der Rat hat’s beschlossen: Offene Sonntage: Chance für den Handel

Der Rat hat’s beschlossen : Offene Sonntage: Chance für den Handel

Der Rat hat die Weichen gestellt: Im kommenden Jahr gibt es in der Innenstadt fünf verkaufsoffene Sonntage, in Hiesfeld zwei.

Am nächsten Sonntag öffnen noch einmal die Geschäfte der Innenstadt von 13 bis 18 Uhr. Solche Gelegenheiten gibt es auch im nächsten Jahr, dann werden in der Innenstadt fünfmal die Geschäfte auch sonntags öffnen, in Hiesfeld zweimal. Kurz vor Weihnachten hatte der Rat mehrheitlich die Weichen dafür gestellt. Die Verwaltung hatte allerdings sechs Termine vorgeschlagen.

Der Handel muss etwas unternehmen. Seit Jahren unterliegt aus Sicht der Verwaltung die Struktur der Dinslakener Innenstadt einem deutlichen Wandel. Eine Rolle spielt dabei auch die generelle Zunahme des Onlinehandels. Dabei habe sich der Sonntag als der beliebteste Tag für den Onlineeinkauf entwickelt. Für Dinslaken spielt aber noch etwas anderes eine wichtige Rolle: die Nähe zu starken Wettbewerbsstandorten wie den Oberzentren Duisburg und Oberhausen. Deshalb bedürfe es regelmäßig besonderer Anstrengungen, um den Einzelhandelsstandort Dinslaken zukunftsfähig und weiterhin attraktiv aufzustellen. Auch die Nähe zu den Niederlanden entfaltet für Dinslaken eine nicht unerhebliche Wettbewerbswirkung. Durch die Liberalisierung des Einzelhandels haben in den meisten niederländischen Gemeinden Geschäfte auch an den Sonntagen geöffnet. So wird dieser Tag auch von den Kunden vom Niederrhein gerne für einen Einkaufsbummel im Nachbarland genutzt.

Die Innenstadt von Dinslaken kann sich aus Sicht der Verwaltung der starken Wettbewerbssituation im Umland nur durch Betonung der lokalen und individuellen Standortfaktoren und Stärken gegenüberstellen. Hierzu zählten die Überschaubarkeit und Kleinteiligkeit der gewachsenen Einkaufsinnenstadt, die für ein Mittelzentrum dieser Größenordnung über eine kompakte und attraktive Nutzungsmischung verfüge. Gerade im Wechselspiel mit der modernen Neutor-Galerie entfalte sich hieraus eine besondere Anziehungskraft für die Kunden.

Die verkaufsoffenen Sonntage stellten eine weitere bedeutende Möglichkeit dar, den lokalen Standort über besondere Anlässe ins Gespräch zu bringen und den Dinslakener Kunden und auch neuen Kundengruppen zu präsentieren. Die Umsetzung von Veranstaltungen und Festen in Kombination mit der Möglichkeit, einen Einkaufsbummel durchzuführen, greife dabei auch die Tendenz einer zunehmenden „Eventisierung“ der Innenstädte auf. Die Sonntagsöffnungen stellten dabei gerade für Mittelstädte ein wichtiges Marketinginstrument dar, das zum Erhalt und insbesondere zur Stärkung des stationären Angebotes im Rahmen des Stadtmarketings beitragen könne, erklärt die Verwaltung.

Insbesondere in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung müssten Kommunen Anlässe schaffen, die den Menschen einen Mehrwert geben und für die es sich lohnt, in die Innenstädte und Stadtteilzentren zu kommen. Veranstaltungen, bei denen man sich treffen und direkt austauschen kann, würden gerade als Gegenpart zur fortschreitenden Digitalisierung eine immer größere Bedeutung gewinnen.

Die Verwaltung hatte sechs verkaufsoffene Sonntag für die Innenstadt vorgeschlagen. Von Seiten der Politik wurde der Termin am 29. Dezember 2019 gestrichen. Daran änderte auch nichts das Argument der Verwaltung, dass man mit den sechs Terminen in der Innenstadt das von Seiten des Gesetzgebers ermöglichte maximale Maß von acht möglichen verkaufsoffenen Sonntagen bewusst nicht voll ausgeschöpft habe.

Beim Vorschlag habe man die Wünsche der lokalen Händlerschaft in der Innenstadt, die dem Schutz der eigenen Mitarbeiterschaft und ihrer Ruhe- und Familienzeiten eine hohe Bedeutung einräumen, berücksichtigt. Gleichzeitig werde hierdurch aber dem Einzelhandel die Chance geboten, sich gegenüber der Dominanz der umliegenden Center aufzustellen und für den Standort zu werben.

Im Dinslakener Stadtteil Hiesfeld gibt es im kommenden Jahr eine Reduzierung auf zwei verkaufsoffene Sonntage.

(mt)