NV-Enertech in Dinslaken wirbt Fachkräfte mit Wechselprämie

Dinslakener Unternehmen bietet 5000 Euro: NV-Enertech wirbt Fachkräfte mit Wechselprämie

Das Dinslakener Unternehmen NV-Enertech wirbt in seinen Stellenanzeigen mit einem ungewöhnlichen Mittel: einem Antrittsbonus in Höhe von 5000 Euro, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Alleine in Dinslaken seien mindestens sieben Stellen unbesetzt

Bis zu 5000 Euro Wechselprämie verspricht das Unternehmen NV-Enertech ab sofort in den eigenen Stellenausschreibungen. Die Dinslakener Firma, die in den Bereichen Großanlagenbau, Energiewirtschaft und Technische Gebäudeausrüstung tätig ist, sucht mit diesem finanziellen Anreiz händeringend neue Fachkräfte. „Alleine in Dinslaken sind sieben bis acht Stellen unbesetzt“, erklärt Volker Marquard, Geschäftsführer von NV-Enertech GmbH und Co. KG. Insgesamt seien es an allen Standorten sogar rund 25 Stellen. „Seit 1,5 Jahren ist es ein Problem“, sagt Marquard. Es gehen auch grundsätzlich viel weniger Bewerbungen als früher ein: „Im Jahr 1995 liefen 100 bis 150 Bewerbungen auf eine Ausschreibung ein, heute sind es gerade einmal rund 15“, sagt er. Eine Erklärung ist für ihn die „demographische Entwicklung“, viele seiner früheren Fachkräfte sind mittlerweile im Ruhestand. Damit das Arbeitspensum überhaupt zu schaffen ist, setze das Unternehmen aktuell auch Freiberufler ein. Doch der Bedarf werde sich im nächsten Jahr weiter erhöhen, dann sind neue Mitarbeiter notwendig. „Um unser Geschäftsmodell umsetzen zu können und unseren Kunden absolut professionelle individuelle Dienstleistungen bieten zu können, sind wir auf bestens ausgebildetes und zum Teil hoch spezialisiertes Personal angewiesen“, erklärt Marquard. Deshalb hat sich das Dinslakener Unternehmen dazu entschlossen, eine Wechselprämie anzubieten, denn die Konkurrenz sei groß.

Allgemein hält Holger Benninghoff, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wesel, nichts von einer solchen Maßnahme: „Das ist für kleinere Unternehmen problematisch.“ Viel wichtiger sei ein gutes Betriebsklima. Mit einem wertschätzendem Betriebsklima wirbt auch NV-Enertech in seinen Ausschreibungen, außerdem mit einer leistungsgerechten Vergütung. „Wir bieten auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld an, eine betriebliche Altersvorsorge und Krankenversicherung“, sagt Marquard. Ausgeschrieben ist unter anderem eine Stelle als Projektingenieur/Fachplaner/Versorgungstechniker im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung. Vorausgesetzt wird dafür eine technische Berufsausbildung und Berufserfahrung. Auch die üblichen technischen Programme wie CAD und Office-Anwendungen sollten beherrscht werden.Bei den Bewerbungen schaut sich Geschäftsführer Volker Marquard den Lebenslauf ausführlich an, das Anschreiben sei nicht so wichtig. Sobald er einen passenden Bewerber gefunden hat, lädt er ihn direkt zum Gespräch ein, denn er schätzt das „persönliche Kennenlernen“. Im Vorstellungsgespräch stellt er konkrete Fragen zur Technik. Wenn alles erfolgreich durchlaufen wurde, arbeitet der Bewerber zunächst auf Probe. Nach sechs Monaten winkt bei zufriedenstelleneder Leistung die Festanstellung, der neue Mitarbeiter erhält auch die Wechselprämie. Nun bleibt abzuwarten, ob dieser Anreiz erfolgreich ist. Aktuell kämpft nicht nur NV-Enertech mit Personalproblemen, sondern auch mancher Handwerksbetrieb.

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Hier sind laut Benninghoff primär Dachdecker, Fleischer, Bäcker oder auch Heizungsmonteure betroffen: „Es besteht ein Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot.“ Neben dem demografischen Wandel sieht er ein Problem darin, dass immer weniger das duale Berufssystem durchlaufen. Generell sei das Image der Branche falsch. „Handwerklich Ausgebildete können durchaus ein sehr selbstständiges Leben führen.“

(ten)
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