Dinslaken: Notdienst gerät in Vergessenheit

Dinslaken : Notdienst gerät in Vergessenheit

Michael Weyer nimmt Stellung zu den langen Wartezeiten in der Notambulanz des Vinzenz-Hospitals.

Zu unserem Artikel über die Zentrale Notaufnahme im Vinzenz-Hospital hat uns Michael Weyer, niedergelassener Arzt, eine Stellungnahme übersandt. Darin heißt es, dass die niedergelassenen Ärzte die Problematik des Notdienstes genauso sehen, wie dargestellt.

"Obwohl wir unverändert jeden Tag, in der Nacht und am gesamten Wochenende einen Notdienst bereithalten und auch die Hausbesuche für bettlägerige Patienten durchführen, ist dies zunehmend in Vergessenheit geraten", beginnt Weyer seine Stellungnahme.

Zunehmend strömten Patienten in die Notaufnahme der Krankenhäuser, obwohl es sich hierbei um eine Stelle für die Aufnahme schwerkranker Patienten handelt und nicht für solche mit Bagatellerkrankungen, die in die Hände des niedergelassenen Notdienstes gehörten.

"Was viele Patienten dabei übersehen, beziehungsweise nicht wissen, ist die Tatsache, dass aufgrund der Struktur des deutschen Gesundheitswesens die Krankenhausärzte in erster Linie für die stationären Patienten da sind", betont Weyer. Mit anderen Worten, diese Patienten nehmen den Ärzten im Krankenhaus die Zeit, die diese eigentlich für die Versorgung der Schwerkranken benötigen.

Einer der Gründe für den Run auf die Krankenhausambulanzen ist aus Sicht von Weyer "der gut gemeinte Versuch der deutschlandweiten Notfallnummer 116 117", die bedingt durch Anlaufschwierigkeiten anfangs nicht gut erreichbar war, worauf sich viele Patienten direkt in das Krankenhaus begaben. In der Zwischenzeit gilt dieses Problem als gelöst. "Wir können die Patienten nur immer wieder auf diese Nummer und unseren Service hinweisen", erklärt Michael Weyer weiter. "Vielleicht hilft der Hinweis, dass sie bei uns in der Regel nicht so lange warten müssen wie in der überfüllten Notfallambulanz."

Da der Notdienst in Nordrhein derzeit umgestaltet werde, hoffen die Ärzte, dass man den Patienten demnächst etwas entgegen kommen könne, indem man in Absprache mit dem Krankenhaus die schon lange geplante Notfallambulanz als Anlaufstelle für leichter erkrankte Patienten einrichten und damit die Notaufnahme entlasten könne.

(RP)
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