Noch mehr Ärger an der Baustelle Dinslakener Straße in Voerde

Rücksichtslose Autofahrer : Baustellen-Ärger geht in nächste Etappe

Die Anwohner der Dinslakener Straße sehen ihre Befürchtungen bestätigt. Mit dem Durchgangsverkehr durch die Baustelle sei es noch schlimmer geworden. Autos seien über frischen Asphalt gerollt, es habe wieder Streit gegeben.

Die Baustelle an der Dinslakener Straße geht in ihren letzten Abschnitt. Am Montag noch sollten neue Straßensperren eingerichtet werden, und zwar zwischen Steinstraße und der nördlichen Ecke Herzogring. Die Anlieger glauben kaum, dass diese Sperrung respektiert wird. Ende der vergangenen Woche seien die Autos über Asphalt gefahren, der wenige Stunden zuvor verlegt wurde. Und der Ärger mit Leuten, die das Durchfahrtsverbot ignorieren, habe zum Ende der Woche einen neuen Höhepunkt erreicht. Davon betroffen war Anwohner Mike Panzburg. Er habe eine Autofahrerin zur Rede gestellt, die durch die Baustelle gefahren sei und mit dem Wagen auf den Bürgersteig ausgewichen sei, erzählt er. Gerade den motorisierten Verkehr auf Geh- und den Radweg finden die Nachbarn wie berichtet inakzeptabel.

Er habe den Wagen also gestoppt und die Polizei gerufen. Die Beamten hätten die Personalien der Frau aufgenommen. „Aber dann wurde ich doof angemacht: Was ich denn in der Baustelle stehen und die schließen würde“, schildert er. Wenn er so was noch mal täte, dann hätte er „mit Konsequenzen zu rechnen“, habe man ihm gesagt. Dabei sei den Nachbarn vorher ganz klar geraten worden, sich so zu verhalten, wie er es getan habe.

Panzburg gibt sein Bemühen jetzt auf. „Dann ist die Baustelle eben offen, und die Leute fahren durch, wie sie wollen“, sagt er. Denn das werde wohl die Konsequenz sein, wenn sich die Anwohner nicht mehr darum kümmerten. „Das wird genau so laufen wie bisher. Da werden Baken aufgestellt, die werden irgendwelche Leute aufmachen, und dann fahren alle durch.“ Sorgen um seine Kinder macht er sich wegen des „wilden“ Straßenverkehrs weiterhin. So ähnlich sieht es auch Nachbar Axel Jädke. „Wir haben resigniert“, sagt er. Er befürchtet, dass die Autos übers Wochenende sogar bleibende Schäden angerichtet haben könnten. Donnerstag und Freitag seien zwei Schichten Asphalt aufgebracht worden. Jeweils nach Feierabend hätten die Autofahrer die Straße wieder als Durchgangsroute erobert. „Das war fast der normale Straßenbetrieb“, so sein Eindruck. „Das ist doch die tragende Schicht, und wenn die Risse kriegt, kriegen wir ein Problem.“

Allerdings ist ist es nicht gesagt, dass wirklich Schäden angerichtet wurden. Zumindest die jetzt an der Oberfläche befindliche Asphaltschicht sei befahrbar und unversehrt, versicherte ein verantwortlicher Mitarbeiter auf der Baustelle am Montag. Es handele sich um die „Binderschicht“, die nach ein paar Stunden fest sei und auch Spuren von Autoreifen zeigen müsste, wenn sie wirklich zu früh belastet worden wäre, sagte er.

Wie man die Probleme an der Baustelle beim Kreis Wesel sieht, wird noch geklärt.

Eine Sprecherin hat eine Stellungnahme angekündigt. Auch bei der Polizei, so wurde versichert, will man sich noch mit einer Bewertung der Lage befassen.

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