Dinslaken: Noch kein Ausbildungsberuf

Dinslaken: Noch kein Ausbildungsberuf

Der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Hüsken besuchte gestern die Fensterbau-Firma Knipping in Emmelsum und informierte sich in dem Familienbetrieb über Anliegen und Sorgen des Mittelstandes.

Willi Knipping würde liebend gern einen Jugendlichen in seinem Betrieb an der Weseler Straße zum Fensterbauer ausbilden. Doch das kann er nicht, da der Fensterbau kein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Also bleibt es vorerst dabei, dass die Firma Knipping nur im kaufmännischen Bereich für ihre Verwaltung ausbildet und nicht für die Produktion.

Dieses Problem trug Willi Knipping gestern dem für Voerde zuständigen Landtagsabgeordneten Wolfgang Hüsken vor, der das seit fast 40 Jahren existierende Familienunternehmen gestern besuchte, um zu erfahren, wo mittelständische Unternehmer der Schuh drückt.

Der christdemokratische Abgeordnete sagte zu, sich dieser speziellen Ausbildungsproblematik anzunehmen. Denn bei seinem Rundgang durch die Produktion des Betriebs hatte sich bei Hüsken der Eindruck verstärkt, dass der Fensterbau sich längst zu einem eigenständigen Handwerk entwickelt hat, in dem auch ausgebildet werden sollte.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Heinz Neukäter, der Wolfgang Hüsken gestern mit weiteren Voerder Christdemokraten begleitete, sprach sich dafür aus, dass die Kommunen den heimischen Mittelstand, der schließlich der Motor der Wirtschaft sei, stärker bei der Vergabe von Aufträgen berücksichtigen sollten. Der Abgeordnete plädierte zwar dafür, die "europaweite Ausschreibungshysterie herunterzufahren", hielt jedoch nichts davon, ein Regionalprinzip einzuführen und heimische Betriebe zu bevorzugen. Täte man das, würden andere Kommunen es genauso handhaben und so den Markt dichtmachen.

Knipping hat sich auf die Produktion von Fenstern und Türen aus Kunststoff und Aluminium spezialisiert. Pro Tag werden 100 bis 120 Fenster nach Maß hergestellt. Kunden sind Privatleute, Bauträger, Wohnungsbaugesellschaften. Der Direktverkauf macht 60 Prozent der Produktion aus, 40 Prozent gegen an Händler.

(RP)