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Dinslaken: Nichtssagend oder meinungsbildend?

Dinslaken : Nichtssagend oder meinungsbildend?

Am 22. September ist Bundestagswahl. Die Parteien pflastern jede Menge Plakate in die Landschaft. Aber bringt das eigentlich was? Hat diese Art des Wahlkampfs tatsächlich Auswirkungen auf die Entscheidung des Wählers?

Ein Kreuz links, ein Kreuz rechts. So heißt es für die rund 62 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland am 22. September. Denn dann ist Bundestagswahl. Kurz vor dem Showdown, geben die Parteien noch mal alles, um die Gunst der Wähler zu erreichen. Und dazu gehören natürlich auch die Wahlplakate. Aber tragen die tatsächlich zur Meinungsbildung bei? "Diese Plakate beeinflussen mit Sicherheit viele Bürger", glaubt Karim Gonalon (20). Doch nicht jeder teilt diese Ansichten. "Mich beeinflussen Wahlplakate überhaupt nicht. Ich lese zwar, was drauf steht, doch ich denke, dass die Nachrichten in den Zeitungen und im Fernsehen die Wähler besser erreichen", sagt Winfried Mehnert (60).

 Rebecca Steinkuhl vermisst bei etlichen Wahlplakaten die Kreativität.
Rebecca Steinkuhl vermisst bei etlichen Wahlplakaten die Kreativität. Foto: Büttner, Martin (m-b)

SPD und CDU setzen vermehrt auf die Darstellung von Berufs- und Alltagssituationen. Die SPD etwa mit der Abbildung von Putzkräften und dem Spruch "Wir für den gesetzlichen Mindestlohn." Oliver Donker (32) ist davon begeistert. "Das Plakat ist optimal, weil es wie aus dem echten Leben ist, der Alltag wird passend abgebildet." Auch die CDU kann mit der Darstellung von Berufsperspektiven und dem Slogan: "Gute Arbeit und neue Ideen. So bleibt Deutschland stark", bei einigen Befragten punkten. Das Plakat der FDP mit ihrem Spitzenkandidaten Rainer Brüderle und der Aussage: "Damit Deutschland stark bleibt", kam bei vielen Befragten dagegen nicht so gut an. "Ich finde, man sollte auch die jüngeren Wähler besser einbeziehen. Das Plakat wirkt etwas langweilig, man sollte mehr lachen und nicht so neutral schauen", so die Meinung von Rebecca Steinkuhl (22), der als junger Wählerin, bei den Plakaten die Kreativität fehlt. Auch angesichts der relativ farbarmen Wahlplakate der Linken kam bei den Befragten keine Euphorie auf.

 Oliver Donker findet die SPD-Plakate gelungen, weil sie den Alltag der Menschen abbilden.
Oliver Donker findet die SPD-Plakate gelungen, weil sie den Alltag der Menschen abbilden. Foto: Büttner, Martin (m-b)
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Aber nicht nur optisch muss das Plakat einer Partei etwas hermachen, auch der Slogan muss passen, findet Dr. Thomas Brüggemann (75): "Neben einem guten Bild muss auch der Spruch eingängig sein und natürlich zur Person passen, die ihn vertritt passen." "Die Wahrheit muss im Vordergrund stehen. Ich möchte Themen, die auch in der Öffentlichkeit behandelt worden sind, nicht immer diese vielen leeren Versprechungen", beschreibt Katrin Schulz (37) ihre Erwartungen an ein gutes Plakat.

 Dr. Thomas Brüggemann findet, dass Bild und Slogan eine Einheit bilden müssen.
Dr. Thomas Brüggemann findet, dass Bild und Slogan eine Einheit bilden müssen. Foto: Büttner, Martin (m-b)

Ferdinand Mierswa (59), Gewerkschafter bei der IG Metall wählt schon immer die SPD. Ihn prägte sein soziales Umfeld: "Für mich gehört das dazu, als Gewerkschafter wähle ich die SPD. Menschen sind von ihren Erfahrungen geprägt Deshalb glaube ich auch nicht, dass die Wahlplakate viele Wähler erreichen."

Ob die Bürger nun beeinflusst werden oder nicht, eines machen die Plakate auf jeden Fall klar. Am 22. September ist Bundestagswahl. Und niemand kann sagen, er habe davon nichts gewusst.

(RP)