Dinslaken: Niag hat besonderes Auge auf Düsseldorfer Knöllchen-Test

Dinslaken : Niag hat besonderes Auge auf Düsseldorfer Knöllchen-Test

Die Rheinbahn verteilt seit kurzem selbst Verwarnungen an Falschparker. Auch in Dinslaken werden Busse regelmäßig behindert

Falschparker behindern alle: Fußgänger, Rad- oder Autofahrer, aber auch Busse und Bahnen. Vor allem die Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs können nur schlecht oder gar nicht ausweichen - in Folge dessen kommt es zu Rückstaus und Verspätungen, was wiederum zu genervten Fahrern und nicht minder genervten Fahrgästen führt.

Die Rheinbahn in Düsseldorf hat nun auf den Ärger mit Falschparkern reagiert und verteilt seit kurzem selbst Knöllchen. Auf denen steht: "Sie haben so geparkt, dass unsere Fahrgäste behindert werden." Die Information, versehen mit einem Beweisfoto, geht ans Ordnungsamt, das den Strafzettel per Post verschickt, und an die Rechtsabteilung der Rheinbahn, die sich Schadenersatzansprüche gegen die Falschparker vorbehält. Rund 82 Knöllchen, so sagte Rheinbahn-Vorstand Klaus Klar am Rande der Vorstellung des Geschäfts- und Personalberichtes 2016, habe die Rheinbahn innerhalb der ersten 13 Tage verteilt.

Auch der Niag, der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft, ist diese Problematik bekannt. "Der Vorstoß der Rheinbahn ist auf jeden Fall eine interessante Geschichte", sagt Niag-Betriebsleiter Andreas Meuskens. "Wir beobachten das in Düsseldorf und wollen uns mit den Kollegen dort austauschen - haben für uns aber abschließend noch nicht beschlossen, ob wir ähnlich verfahren wollen."

Der Betriebsleiter nennt zwei Haltestellen in Dinslaken, an denen Falschparker regelmäßig zu Verkehrsverzögerungen führten: Die Haltestelle "Inkamp" im Bruch und die Haltestelle "Scharnhorst Straße" in der Innenstadt. "Die beiden Haltestellen werden ständig zugeparkt", sagt Meuskens. Aktuell kontaktieren die Verkehrsmeister der Niag bei Falschparkern noch die zuständigen Ordnungsbehörden - also das Ordnungsamt oder die Polizei.

Bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG), die auf Dinslakener Gebiet unter anderem die Straßenbahnlinie 903 sowie die Buslinie 915 betreibt, sind die Mitarbeiter nicht befugt, Strafzettel zu verteilen. Auch Überlegungen, das Konzept aus Düsseldorf zu übernehmen, gibt es hier nicht. "Bei uns kommt es so gut wie nie vor, dass wir einen solchen Fall haben", erklärt DVG-Pressesprecher Felix zur Nieden die Entscheidung. Sofern ein Falschparker DVG-Bahnen oder Busse behindere, sei die Leitstelle angewiesen, das zuständige Ordnungsamt zu kontaktieren. Die Stadt Dinslaken hat im laufenden Jahr 2017 zehn Falschparker-Verstöße gelistet, die Busse an der Weiterfahrt hinderten. In zwei Fällen waren Schulbusse an der Dickerstraße betroffen, in den acht weiteren gelisteten Fällen Busse der Niag, unter anderem an der Friedrich-Ebert-Straße und der Kreuzstraße, erklärt Pressespreche Thomas Pieperhoff auf Anfrage.

Laut Pieperhoff hielten sich die Verstöße im Stadtgebiet aber "in Grenzen". Auch 2015 und 2016 habe die Stadt jeweils zehn solcher Verstöße gelistet.

(akw)
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