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Dinslaken: Neutor-Galerie: Rat zögert

Dinslaken : Neutor-Galerie: Rat zögert

Dinslakens Rat hat die Verwaltung gestern erst einmal abblitzen lassen und deren Vorschlag, die Ansiedlung von Lebensmittelhandel auf dem ehemaligen Gelände von Thyssen Bausysteme zu verhindern, vertagt.

Der Konflikt ist klar. In das geplante neue Einkaufszentrum "Neutor-Galerie" soll, so wollen es Politik und Verwaltung und so steht's im Vertrag mit Investor Walter Hellmich, ein Lebensmittelvollsortimenter. Das, so das Argument, sei zur Sicherstellung der Nahversorgung in der Innenstadt unerlässlich. Gleichzeitig aber hat das Rathaus Gespräche mit dem Duisburger Unternehmer Heinrich Hellmich über die Ansiedlung von Einzelhandel mit 2500 Quadratmeter Fläche auf dem ehemaligen Thyssen-Gelände zwischen B 8, Bahnstrecke und Amalienstraße geführt.

Kehrtwende vorgeschlagen

Den Weg dazu frei machen sollte noch unlängst der Planungsausschuss mit einem Beschluss über einen entsprechenden Bebauungsplan. Doch dann zog die Verwaltung diesen Beschlussvorschlag zurück. In aller Eile präsentierte sie dann den Vorschlag, über den gestern Planungsausschuss und Rat befinden sollten und der das genaue Gegenteil von den ursprünglichen Überlegungen besagt. Nun soll die Ansiedlung von Lebensmittelhandel auf dem Thyssen-Gelände verhindert werden. Der Grund: In einem Brandbrief ins Rathaus hatte Walter Hellmich klar gemacht, dass das Projekt "Neutor-Galerie" gefährdet sein könnte, weil er keinen Lebensmittelanbieter zum Einzug ins neue Einkaufszentrum bewegen könne, so lange dem die Konkurrenz auf dem Thyssen-Gelände drohe.

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Die "Kehrtwende im Schweinsgalopp", so Karl-Heinz Geimer (SPD), mochte die Politik aber nicht mitmachen. Die Unabhängige Bürgervertretung stellte den Antrag, die Entscheidung zu verschieben und zunächst noch einmal Gespräche zwischen Politik, Verwaltung und den beiden Investoren zu führen — in der Hoffnung vielleicht doch noch eine einvernehmliche Lösung finden zu können.

Lediglich Stefan Buchmann (CDU) und Gerhard Grauvogl-Bruns (Grüne) widersetzten sich der Verschiebung der Entscheidung. Buchmann forderte seine Ratskollegen auf, sich der Realität zu stellen. "Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, wenn das Projekt Neutor-Galerie gefährdet wird", sagte Buchmann.

Einig waren sich Politik und Verwaltung darüber, dass die Zeit drängt. Bürgermeister Dr. Michael Heidinger will nun schnellstmöglich zu den von der Politik gewünschten Gesprächen einladen. Und dann sollen Planungsausschuss und Rat kurzfristig zu Sondersitzungen zusammenkommen, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.

(RP)