Dinslaken: Neues Wahrzeichen für Halde Lohberg

Dinslaken: Neues Wahrzeichen für Halde Lohberg

Das Tor zum Ruhrgebiet soll künftig in Dinslaken stehen. Die Stadt hat sich mit einem Konzept um Fördergelder beim Land Nordrhein-Westfalen beworben und wartet nun auf eine Rückmeldung.

Die Halde Rheinpreußen in Moers hat das Geleucht, die weithin sichtbare rote Grubenlampe; die Halde in Bottrop krönt der Tetraeder - nun könnte auch die Halde Lohberg ein besonderes Kennzeichen neben dem Windrad bekommen: ein "Tor zum Ruhrgebiet" - oder zum Niederrhein, je nachdem auf welcher Seite man steht. Das sieht ein Konzept vor, das das Duisburger Landschaftsarchitekturbüro "LAND Germany" im Auftrag der Stadt Dinslaken erstellt hat. Die Stadt hat sich mit dem Handlungskonzept um Fördergelder beim Land beworben und wartet "quasi minütlich", so Sprecher Thomas Pieperhoff, auf eine Rückmeldung.

Die Idee kam Bürgermeister Dr. Michael Heidinger laut Pieperhoff im Rahmen einer abendlichen Veranstaltung im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres oben auf der Halde. "Dort konnte man in der einen Richtung das beleuchtete Ruhrgebiet erkennen, in der anderen die dunkle Niederrhein-Landschaft", erinnert sich Thomas Pieperhoff. Die Idee einer touristisch wirksamen Linie, einem genau definierten Übergang von Ruhrgebiet und Niederrhein war geboren - ähnlich wie der Nullmeridian in Greenwich: eine, so formuliert es "LAND Germany" "symbolträchtige Inszenierung der Halde Lohberg Nord mit einem besonderen Zeichen". Das Konzept der Landschaftsarchitekten sieht eine Reihe Maßnahmen vor, unter anderem diese: Die Halde soll zugänglich gemacht werden. Auf dem Plateau könnten nach Vorstellung der Landschaftsarchitekten zwei Aussichtsplattformen entstehen, die "nicht nur den Weitblick auf die umgebenden Natur- und Stadträume ermöglichen, sondern auch das Thema der Energiewende über die Blickbeziehung zwischen moderner Energie (Windkraft) und Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen (Kraftwerke) veranschaulichen" sollen. Auf dem Plateau zwischen den Aussichtsplattformen würde nach den Planungen das "Grüne Tor zum Ruhrgebiet" stehen, das den Übergang vom Ruhrgebiet zum Niederrhein symbolisiert - in der Entwurfszeichnung hängen daran Schaukeln, außerdem sind Sitzgelegenheiten vorgesehen. Die jetzt noch gedachte Linie setze sich bereits im aktuellen Baumbestand fort, so Pieperhoff.

Das Konzept sieht die Wiederbelebung der alten Bahn-Trasse als Radweg vor: Beginnend an der südlich der Emscher gelegenen Kleeblatthalde könnte man auf dem bis zu zehn Meter hohen Bahndamm über Lohberg und den Lohberg Corso radeln. Von hier wäre eine Anbindung an Zubringer der Niederrhein-Route und die Römer-Lippe-Route möglich, so das Büro.

Die Haldenlandschaft bietet "auf 180 Hektar ausreichend Raum zum Wandern", so die Landschaftsarchitekten. Auf den Wegen auf der Halde und dem ehemaligen Zechengelände könnte ein "Energie-Loop" mit verschiedenen "Energie-Stationen" entstehen. Dabei können Zusammenhänge - wie die Entwicklung des Ortes, alte und neue Energiegewinnung - vermittelt werden. Bestehende Lohberger Institutionen wie Parkwerk, Kraftwerk im Bergpark, Kitas, Vereine und Verbände des Stadtteils könnten diese Orte mitgestalten. Stationen könnten etwa die Gärtnerhalde Oberlohberg, Sportplätze, Kohlenmischhalle, Buchenwald, der rote Hase, das Haldenplateau oder das Kaiserbecken am Fuß der Halde sein, das einen Steg bekommen könnte.

(aha)
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