Hünxe: Neues Bilderbuch mit alten Fotos aus Hünxe

Hünxe : Neues Bilderbuch mit alten Fotos aus Hünxe

Jürgen Leipner stellt einen neuen Band mit Schwarz-Weiß-Fotografien seines Vaters Hans vor. Er enthält Aufnahmen von 1937 bis 1975.

Ziemlich genau sieben Jahre ist es her, dass Jürgen Leipner einen ersten Bildband mit Fotografien seines Vaters Hans Leipner veröffentlichte: Nun hat er knapp 300 neue alte Bilder aus dem Fotoarchiv seines Vaters zu dem Thema "Die Landschaft bei Hünxe, ihre Menschen und der Niederrhein" zusammengestellt: Den Bildband mit Fotos aus den Jahren 1937 bis 1975 stellte er im "Haus der Begegnung" in Hünxe vor.

1952 war das Melken noch reine Handarbeit: Landwirt te Heesen hatte seine Weiden direkt am Kanal. Foto: leipner

Ein paar Geschichten zu seinem Vater Hans Leipner - von 1950 bis 1972 Leiter der VHS-Gruppe "Fotofreunde Dinslaken" und von 1948 bis 1968 Rektor der Volksschule in Gartrop-Bühl, später dann in Bruckhausen - und zu dessen Fotografie gab es bei jedem der Schwarz-Weiß-Fotos, die Jürgen Leipner auf die Leinwand projizierte: So erzählte er unter anderem, dass sein Vater Hans beim Fotografieren vor allem auf das Licht geachtet hätte. "Wenn die Sonne schien, dann hielt ihn kaum etwas zu Hause: Dann packte er seine Fotoausrüstung ein, schwang sich auf sein Fahrrad und fuhr an den Rhein."

Schulkinder mit Eichhörnchen - eine undatierte Aufnahme aus Hans Leipners Fotoarchiv. Foto: Leipner

Die Fotos, die er dort von Ruhrort über Orsoy, Wesel, Bislich, Rees, Emmelsum oder Götterswickerhamm schoss, zeigen Landschaft und Leben, sind Zeitzeugnisse aus den Jahren 1937 bis 1975: "Die Aufnahmen sind alle nicht gestellt, sondern haben sich so ergeben", erklärte Jürgen Leipner seinen Zuhörern. Sie zeigen Schäfer beim Scheren oder Milchbauern beim Melken, zeigen Schulklassen aus Gartrop oder Touristen aus dem Ruhrgebiet am Wesel-Datteln-Kanal. "Der war eine Zeit lang die Riviera für das Ruhrgebiet", erinnerte sich Jürgen Leipner. Und seine Zuhörer erinnerten sich mit: Bei jedem Foto, das auf der Leinwand erschien, gab es mindestens einen, der das Bild um eine Anekdote zu bereichern wusste.

Bäuerin mit Milchkannen im Regen. Das Foto entstand 1954 in Götterswickerhamm. Foto: leipner

Mit einem eigenen Foto, aufgenommen erst in diesem Jahr, schloss Jürgen Leipner schließlich: Es zeigte die Flüchtlingsunterkunft in Gartrop. Das Bild zuvor hatte seinen Vater Hans im Jahr 1953 an gleicher Stelle, im eigenen Garten, gezeigt: "Ich glaube, mein Vater wäre sehr zufrieden gewesen, wenn er wüsste, dass dort nun Flüchtlinge eine Zuflucht gefunden haben."

Eine schweißtreibende Angelegenheit: 1956 holte Heinrich Schroer das Korn noch mit der Sense vom Feld. Foto: leipner
Erholung am Wesel-Datteln-Kanal: Die Ufer der Wasserstraße galten für Wochenendausflügler und Camper aus dem Ruhrgebiet als "Riviera des kleinen Mannes". Das Foto entstand 1966. Foto: Hans Leipner
Die Montgomery-Brücke war die erste Brücke bei Wesel nach dem Krieg. 1946 wurde sie eingeweiht und diente bis 1953 als Rheinübergang. Am 18. Juni 1953 wurde die neue Rheinbrücke eingeweiht. Foto: leipner

Der knapp 300 Seiten starke Bildband "Die Landschaft bei Hünxe, ihre Menschen und der Niederrhein (1937-1975)" im Format 30 mal 30 Zentimeter kostet 49 Euro. Er ist erhältlich bei Michelbrink und Pannenbäcker in Hünxe, bei Lesezeit und Mila Becker in Voerde, in den Buchhandlungen Korn in Dinslaken und Wesel sowie bei der Weihnachtsausstellung im Heimatmuseum Hünxe am 2. und 3. Advent.

(akw)