1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Naturschutzbund nimmt Stellung zum Schafsriss in Dinslaken

Schaf in Dinslaken gerissen : Naturschutzbund nimmt Wolf in Schutz

In der Nacht zu Montag war in Dinslaken erneut ein Schaf gerissen worden – offensichtlich von einem Wolf. Peter Malzbender vom Naturschutzbund in Wesel bezweifelt, dass das Tier ausreichend vor seinem Mörder geschützt war.

Aus Sicht der Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbunds (Nabu) wirft der Schafsriss in der Nacht zu Montag, für den aller Wahrscheinlichkeit nach ein Wolf verantwortlich ist, Fragen auf. In einer Stellungnahme bezweifelt der Vorsitzende Peter Malzbender, dass der Wolf über den 1,50 Meter hohen elektrisch geladenen Zaun gesprungen sei, mit dem das Schafsgehege geschützt war.

„Es ist äußerst unwahrscheinlich, weil das Raubtier niemals so einen hohen Zaun überspringen könnte, wenn er so hochgradig spannungsgeladen ist“, schreibt Peter Malzbender.

Am Montagmorgen hatte Schafszüchterin Angela Brech aus Dinslaken eines ihrer Tiere tot auf ihrem Hof entdeckt (die RP berichtete). Dabei hatte die Familie laut eigener Aussage einen 1,50 Meter hohen Zaun mit 10.000 Volt Spannung errichten lassen, nachdem kurz vor Weihnachten schon einmal ein Nutztier gerissen worden war.

Die Familie vermutete weiter, dass der Wolf am Montagmorgen gestört worden sei, weil das getötete Tier nicht komplett aufgefressen worden sei. Malzbender bezweifelt auch diese Aussage in seiner Stellungnahme stark: Wölfe könnten in der Regel sofort fünf bis sechs Kilo Fleisch aufnehmen. Außerdem seien sie nachts auf Beutejagd und nicht morgens. Und er wendet ein: „Ein vollgefressener Wolf wäre gar nicht in der Lage, so einen spannungsgeladenen ‚Hochsicherheitstrakt für Nutztiere’ wieder zu überspringen.“

Malzbender ist der Überzeugung, dass ein Wolfsberater hätte feststellen können, „ob überhaupt und an welcher Stelle der Wolf den Zaun übersprungen hat. Ebenfalls hätte er prüfen können, ob der Zaun durchgehend spannungsgeladen war. Ist der Wolf gegebenenfalls anders in Gehege gekommen?“, fragt er.

An die anderen Nutztierhalter im ausgewiesenen Wolfsgebiet, appelliert Malzbender, sich zu überlegen, ob ihre Tiere wirklich gut geschützt seien. Er plädiert dafür, den Wolf als Spitzenprädator zu akzeptieren. Er sei mehr als jeder menschliche Jäger in der Lage, dafür zu sorgen, dass sich möglichst gesundes Wild ausbreiten könne.