Dinslaken: Närrischer Abschied am Kometenplatz

Dinslaken : Närrischer Abschied am Kometenplatz

Bei der Altweiberfeier in Walsum verabschiedeten sich mit Bezirksbürgermeister Heinz Plückelmann und Christiane Bindemann zwei Jecken vom Bühnengeschehen.

Schon vor dem Beginn der traditionellen Veranstaltung ist der Kometenplatz gut gefüllt. In farbenfrohen Kostümierungen warten die Möhnen und vereinzelte Jecken auf den Start der von der Karnevalsgesellschaft (KG) Gruen-Weiss Walsum organisierten Feierstunde des Frauenkarnevals. Der Trend unter den Möhnen geht zur Gruppenkostümierung. Als Lebkuchenherzen mit Namensschriftzug hat sich eine Gruppe von jecken Frauen verkleidet. Einige Meter weiter singt eine Möhnentruppe in Bienenkostümen. Aber auch eine Ansammlung von tanzenden Erdbeeren und ein Trio aus jecken Kühen lässt sich auf dem Kometenplatz finden.

Möhnen, so weit das Auge reicht. Die jecken Weiber hatten den Kometenplatz fest im Griff. Foto: Martin Büttner

Stimmungsmusik schallt über den Platz, und die Textzeile "Viva Colonia" des gleichnamigen Liedes der Höhner dichten die Möhnen spontan in "Prima in Walsum hier" um. Endlich ist es soweit: Die Jecken der KG Gruen-Weiss betreten den Platz und auf der Bühne heißt es "Walsum helau". Allerdings hat Elmar Klein, Vorsitzender der KG Gruen-Weiss bei seiner Begrüßung der Möhnen eine traurige Nachricht parat.

Denn mit Bezirksbürgermeister Heinz Plückelmann und der Damensitzungspräsidentin Christiane Bindemann verabschieden sich zwei Jecken, die fest zum Altweiberfest-Treiben auf dem Kometenplatz gehörten, vom Bühnengeschehen.

Heinz Plückelmann geht ab Mai in den Ruhestand. "In diesem Jahr — Juchu! Verdammt! — bin ich nicht mehr in diesem Amt", kommentierte er reimend den Abschied von seinem Posten. Die Altweiberfeier auf dem Platz direkt neben dem Bezirksrathaus will er allerdings immer in guter Erinnerung behalten. "Die Zeit mit Euch auf dem Kometenplatz, die werde ich hüten wie einen Schatz", verkündete Plückelmann vor der versammelten Möhnenschar und erntete damit Applaus. Zu seiner letzten Übergabe der Regierungsgewalt an die Möhnen hatte der Bezirksbürgermeister noch eine besonderen Spruch zum Thema "Frauenpower" parat: "In NRW regiert die Kraft, und Mutti hat es längst geschafft, den Männern, die sich tapfer wehren, in Berlin das Fürchten zu lehren", erklärte Plückelmann mit Anspielung auf Hannelore Kraft und Angela Merkel. Seine letzte Aufforderung an die Möhnen und Jecken auf dem Platz: ein wenig Geld in die Spendendose werfen, damit die Veranstaltung auch im kommenden Jahr wieder stattfinden kann.

Dann durfte sich der Bezirksbürgermeister von Walsum ein letztes Mal von Christiane Bindemann die Krawatte kürzen lassen. Auch die Sitzungspräsidentin der KG Gruen-Weiss, die 22 Jahre lang das Altweiber-Programm auf dem Kometenplatz moderierte, verabschiedet sich vom aktiven Bühnendienst in der fünften Jahreszeit. "Auf der Bühne werdet ihr sie und Heinz Plückelmann nicht mehr sehen — aber als Gäste unter Euch", versprach Elmar Klein den Narren.

(fla)
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