Dinslaken: Nach fünf Monaten keine heiße Spur

Dinslaken: Nach fünf Monaten keine heiße Spur

Dinslaken: Diebe werfen Geldautomaten auf Schienen

Kriminelle rissen am 12. Januar den Geldautomaten im Eingangsbereich des Dinslakener Bahnhofs aus seiner Verankerung und warfen ihn auf die Gleise. Dort rammte ihn ein Güterzug, dessen Triebwagen dann entgleiste.

Auch rund fünf Monate nach der Tat hat die Polizei immer noch keine heiße Spur, die zur Ermittlung der Täter führen könnte, die am 12. Januar einen gestohlenen Geldautomaten auf die Gleise des Dinslakener Bahnhofs warfen. Damals wurde der SafeTresor von einem Güterzug erfasst, dessen Triebwagen anschließend entgleiste. Uwe Eßelborn, Sprecher der zuständigen Bundespolizeiinspektion Kleve, geht nicht davon aus, dass sich kurzfristig ein Erfolg einstellt. "Wir stehen leider nicht vor der Aufklärung der Tat", erklärte er gestern auf Nachfrage der RP.

An jenem 12. Januar hatten Unbekannte kurz nach 2 Uhr morgens den im Eingangsbereich des Bahnhofs stehenden Geldautomaten aus der Verankerung gerissen, ihn nach oben auf den Bahnsteig geschafft und dann auf Gleis 1 geschmissen. Dort wurde der etwa 500 Kilo schwere Tresor gegen 2.36 Uhr von einem aus den Niederlanden kommenden Güterzug von SBB Cargo, der Schweizerischen Bundesbahn, gerammt und schwer beschädigt. Es gab einen lauten Knall, Trümmerteile flogen durch die Luft. Der Triebwagen entgleiste im Bahnhofsbereich und beschädigte die Gleisanlagen sowie den Bahnsteig. Die Strecke musste gesperrt werden.

Umfangreiche Ermittlungsarbeiten der Polizei folgten. Etliche Fingerabdruck- und DNA-Spuren fanden Polizeibeamte in Tatortnähe, wie Uwe Eßelborn gestern weiter berichtete. Er sprach von einer hohen Anzahl von Spuren, ohne sie genau zu beziffern. Die Untersuchung und Auswertung der Spuren bei der Inspektion Kriminalitätsbekämpfung in Köln brachte allerdings nicht den erhofften Erfolg. Keine Spur führte bislang zu den Tätern oder Tatbeteiligten. Da der Geldautomat eine relativ raue Oberfläche hatte, sei das dort gefundene Spurenbild aus kriminaltechnischer Sicht allerdings nicht besonders gut. Bei einer glatten Oberfläche seien beispielsweise bessere Fingerabdrücke zu bekommen. Der Abgleich mit den Datenbänken des Landes- und des Bundeskriminalamtes habe kein verwertbares Vergleichsmaterial geliefert. Die Spuren aus Dinslaken sind inzwischen eingespeichert und stehen damit für künftige Abgleiche zur Verfügung. Sollten sich so neue Hinweise ergeben, würden die Ermittlungen weitergeführt.

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Nach der Tat führte die Polizei nach Aussage von Uwe Eßelborn umfangreiche und gezielte Anwohnerbefragungen durch. Videoaufzeichnungen aus dem Bahnhofsumfeld wurden ausgewertet. "Auch dadurch ergaben sich keine konkreten Ermittlungsansätze", so der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kleve. Damals startete die Polizei zudem einen Aufruf und bat mögliche Zeugen, sich zu melden. Dieser Appell führte zu keinem Ergebnis.

Die Akten mit den Ermittlungsergebnissen sollen demnächst der Staatsanwaltschaft zugehen, wie Uwe Eßelborn sagte. Anklage könne nicht erhoben werden, da es keine Hinweise auf mögliche Täter gebe. Der Bundespolizist versicherte, dass der Fall damit nicht vom Tisch sei. "Die Akten werden weiter betreut. Wenn es neue Erkenntnisse gibt, werden die Ermittlungen wieder aufgenommen", sagte Eßelborn. Er glaubt zwar nicht, dass sich noch Zeugen melden werden, doch bestehe immer die Möglichkeit, dass Kommissar Zufall weiterhelfe.

(RP)
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