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Nabu im Kreis Wesel fordert Wolfsschutz für Pony- und Pferdehalter

Sheetlandpony in Hünxe gerissen : Wolfsschutz: Nabu fordert schnelle Lösung für Pony- und Pferdehalter

Peter Malzbender, Vorsitzender des Naturschutzbundes, spricht sich gegen die Entnahme des Wolfes aus. Nach seiner Einschätzung werden diese Tiere auch weiter in der Region heimisch sein.

„Natürlich ist das tragisch“, sagt Peter Malzbender über den jüngsten Riss eines Ponys auf einer Weide an der Wilhelmstraße.  Zudem kann er die emotionale Bindung nachvollziehen, die zwischen den Tierhaltern und dem Shetlandpony mit Namen Ecki besteht.  Der Vorsitzende der Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbundes (Nabu) glaubt nach eigener Aussage auch, dass das Tier von einem Wolf getötet worden ist. Er geht davon aus, dass das Pony nicht sachgerecht, also wolfssicher eingezäunt worden war.

Kein Verständnis hat Peter Malzbender für die drastischen Aussagen, die in Zusammenhang mit dem Tod des Ponys gefallen sind. Die Aussage von Eckhard Vornbrock vom Gahlener Bürgerforum, dass die Risse immer mehr in der Nähe von Menschen und Wohnhäusern  stattfänden, kontert Malzbender mit der Feststellung, dass es keine Wölfe gebe, die Menschen bedrohen würden. Zudem seien die Tiere schon längst in der Nähe der Menschen.

 Peter Malzbender (Nabu) geht davon aus, dass das Pony nicht sachgerecht eingezäunt war.  Foto: szf
Peter Malzbender (Nabu) geht davon aus, dass das Pony nicht sachgerecht eingezäunt war. Foto: szf Foto: Zehrfeld

Inzwischen gibt es nach seiner Feststellung ein größeres Artenspektrum im urbanen Bereich, als in der Landschaft. Als Beispiel führt er die Bundeshauptstadt an. „Berlin ist das artenreichste Areal, da kann kein Nationalpark mithalten“, so der Nabu-Vorsitzende. Im Stadtgebiet von Dinslaken gebe es zehnmal mehr Füchse und Marder als in der freien Landschaft.

  • Dieses Foto machte Richard Dittrich von
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Die Kritik, dass die jüngsten Vorkommnisse eine Eskalation zeigten, auf die die Landesregierung nicht vorbereitet gewesen sein, lässt Peter Malzbender nicht gelten. Das Umweltministerium wolle das Problem angehen, doch dauere die Umsetzung, da rechtliche Schritte eingehalten werden müssten. Er plädiert dafür, dass jetzt schnell Lösungen für Pferde- und Ponyhalter gefunden werden müssten, damit diese in die Förderung aufgenommen werden, um ihre Weiden wolfssicher machen zu können Dem Ministerium bescheinigt er, „den richtigen Job mit der notwendigen Ernsthaftigkeit“ zu machen. Als „ganz übel“ bewertet der Nabu-Vorsitzende die Andeutung, bei den Studien zum Wolf könnte es sich um Gefälligkeitsgutachten handel. Das hält Malzbender für ausgeschlossen, da die Gutachter dadurch ihren guten Ruf aufs Spiel setzen  würden.  Sie arbeiteten vielmehr neutral und ergebnisoffen.

Die vom Vorsitzenden der Hünxer CDU-Fraktion, Michael Wefelnberg, aufgestellte Forderung, Wölfe zu entnehmen, lehnt Malzbender strikt ab, der entscheiden gegen den Abschuss der Tiere ist. Er hält Wefelnberg vor, mit seinen Äußerungen Ängste zu schüren und auf Stimmenfang zu gehen.

„Der Wolf ist in unserer Region nicht angesiedelt worden, er ist von selbst gekommen, wegen des reichhaltigen Futter, das er hier findet“, stellt Peter Malzbender fest. Rehe, Hirsche und Wildschweine seien leichte Futterquellen für den Wolf, der auch Schafe oder Ponys reiße, wenn diese nicht richtig geschützt seien.

(hsd)