Dinslaken: Museum zeigt Ausstellung zum Kriegsende

Dinslaken : Museum zeigt Ausstellung zum Kriegsende

Wie kann eine Ausstellung ein halbwegs realistisches Bild über das Geschehen im Zweiten Weltkrieg, über die Zerstörung dieser Stadt vermitteln, für junges Publikum nachvollziehbar machen? Dr. Peter Theißen hat rund zweieinhalb Tonnen Bauschutt, Bruch von historischen Ziegelsteinen, zum Voswinckelshof anliefern lassen, zerstörtes Inventar aus den Beständen eines auswärtigen Restaurators ausgegraben, Granatsplitter und einen Blindgänger inklusive einer Zehn-Zentner-Bombe aus den Beständen des Rheinischen Industriemuseums in Oberhausen organisiert.

Außerdem werden in der am Sonntag, 22. März, beginnenden Sonderausstellung unter anderem Luftbilder der zerstörten Stadt gezeigt. Die bis 14. Juni im Museum zu sehenden Exponate erinnern an den sogenannten "Schwarzen Freitag" in der Chronik der Stadt. Am 23. März 1945 starteten gegen 8 Uhr morgens über hundert Maschinen der 9. US-Luftflotte von fünf Flugplätzen in Nordfrankreich mit Kurs auf Dinslaken. Die zweimotorigen Bomber des Typs Martin B-26 "Marauder" konnten eine Bombenlast von über zwei Tonnen mitführen. Die leichteren Douglas A-20 "Havoc" und Douglas A-26 "Invader" hatten geringere Kapazitäten. Jedes Flugzeug konnte bis zu 30 Bomben verschiedener Größe tragen. Der Auftrag: Auslöschen von Verteidigungsstellungen bei Dinslaken zur Vorbereitung des Übergangs der alliierten Bodentruppen über den Rhein. Zudem gehörte ein Angriff auf das örtliche Walzwerk zur Aufgabe der fliegenden Besatzungen.

Die Bewohner, überwiegend Frauen, Kinder und ältere Männer, waren gewarnt: Allein am 20. März waren 74 000 Flugblätter zur Ankündigung eines bevorstehenden Angriffs mit dem Aufruf zur Kapitulation über Dinslaken abgeworfen worden. Gegen 9.30 Uhr begann am Schwarzen Freitag das Bombardement, das in mehreren Wellen und in zwei Schichten, eine am Vormittag, eine nachmittags, weite Teile der Stadt dem Erdboden gleich- machte.

Insgesamt starben an diesem Tag 511 Menschen. Abends waren nicht nur die meisten Wohnhäuser zerstört, sondern auch beide Krankenhäuser, die meisten Kirchen, der Bahnhof und Teile des Walzwerks. Vize-Bürgermeister Eyüp Yildiz wird die Ausstellung gegen 11 Uhr eröffnen. Der Journalist Heinz Ingensiep liest beim Eröffnen der Ausstellung aus seinem Buch "Der Tod kam an einem Frühlingsmorgen". Musikalisch umrahmt wird die Präsentation von der Pianistin Elena Lebedeva. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags zwischen 14 und 18 Uhr.

Geholfen beim Realisieren der Präsentation haben Michael Kahmann, Willi Schmidt (Wertherbruch), Werner Abresch (Wesel), Lutz Isselhorst (Voerde), Willi Krebber aus Eppinghoven und das Rheinische Industriemuseum.

(RP)
Mehr von RP ONLINE