Müll am Rheinufer bei Voerde – Landbesitzer müssen aufräumen

Es muss aufgeräumt werden : Müll am Rhein – Landbesitzer in der Pflicht

Wenn Thorsten Schölzel am Rhein spazieren geht, ärgert er sich über den zugemüllten Uferbereich. Angeschwemmter Plastikabfall verteilt sich in der Gegend. Die Stadt Voerde will nun veranlassen, dass aufgeräumt wird.

Thorsten Schölzel ist oft und gerne zu Spaziergängen am Rhein unterwegs. Auch auf dem Weg zwischen den Mündungen von Rotbach und Emscher. „Eigentlich eine schöne Stelle“, sagt der Dinslakener. Wäre da nicht jede Menge angeschwemmter Abfall, der sich in der Gegend verteilt.

Schölzel hat Fotos gemacht, die einen beklagenswerten Zustand dokumentieren. Da hängt Plastikmüll in den Sträuchern, liegt im Gras, große Teile wie ein kaputter Gartenstuhl oder Eimer, dazu jede Menge kleine Plastikfetzen, Flaschen, Folien, Behälter von Chemikalien. Ein Haufen rätselhafter blauer Röhrchen: Das sind die Überbleibsel von Wattestäbchen, hat Schölzel herausgefunden. Hässlich, unappetitlich und umweltschädlich.

Flaschen mit Chemikalienresten finden sich am Uferabschnitt en masse. Foto: Thorsten Schötzel
Ein angeschwemmter Kunststoffstuhl. Foto: Thorsten Schötzel

„Es sieht da hinten aus wie eine Müllkippe. Irgendwer muss sich ja darum mal kümmern“, ärgert sich Schölzel. „Und keiner möchte es offenbar tun.“ Weil er sich das nicht mehr länger ansehen will, hat er jetzt die Obere Landschaftsbehörde und die Stadt Voerde angeschrieben.

Auch Plastikflaschen mit giftigen Substanzen finden sich am Ufer. Foto: Thorsten Schötzel

Bei der Stadt Voerde kennt man die Problematik. Die Bilder, die Thorsten Schölzel gemacht hat, zeigten eine „typische Situation“ nach einem höheren Wasserstand des Rheins, sagt Wilfried Limke, der erste Beigeordnete der Stadt Voerde. „Wir haben, was die Topografie angeht, hier einen markanten Rheinbogen“, stellt er fest. An solchen Stellen werde von all dem Zeug, das in den Rhein gelangt – und dazu gehört leider eine Menge Unrat – besonders viel angeschwemmt und abgelagert. Bei größeren Hochwasser-Ereignissen, so Limke, „kommt da durchaus noch mehr an“.

Angeschwemmter Kanister mit entzündlichem Inhalt. Foto: Thorsten Schötzel

Die konkreten Flächen, über die Schölzel sich bei der Stadt beklagt hat, seien nicht im Eigentum der öffentlichen Hand, sondern in privatem Besitz. Das heißt: Die jeweiligen Eigentümer müssen dort auch aufräumen. Auf Schölzels Beschwerde hin habe man diese erstmal  ausfindig machen müssen, nun aber sei das geschehen: „Wir schreiben die jetzt an, die Briefe werden gerade gefertigt.“

Die Stadt will sie aber unterstützen und ihnen bei der Entsorgung des Abfalls entgegenkommen. „Wir bieten an, dass sie auf ihren Flächen saubermachen und das Material dann am Rand von städtischen Flächen ablegen. Wir holen das dann ab“, erklärt Wilfried Limke. Dieses Angebot richte die Stadt Voerde generell an Eigentümer von Uferbereichen, an denen Müll durch das Rheinhochwasser angeschwemmt wird: „Das ist geübte Praxis.“

Die Aufforderung der Stadt ignorieren und den Müll nun einfach liegenlassen, das dürfen die Eigentümer nicht, macht Limke klar. Die fraglichen Bereiche dienten der Erholung, dem Naturschutz, der Freizeit, und wenn ein Verantwortlicher sich nicht angemessen darum kümmere, könne behördlich dafür gesorgt werden, dass er das tut. „Aber das habe ich nocht nicht erlebt“, so Limke: In aller Regel seien Landeigentümer nach Ansprache der Stadt einsichtig und auch dankbar für das Hilfsangebot der Kommune.

Nicht nur Bürger wie Thorsten Schölzel sind daran interessiert, dass es in der Natur gut aussieht, betont Wilfried Limke. Der Stadt selbst sei daran gelegen, „dass wir in diesem Bereichen ein gutes Erscheinungsbild haben. Das ist auch ein Stück weit eine Visitenkarte für die Stadt.“

Müllablagerungen und Bodenverunreinigungen mit teils gefährlichen Gefahrenstoffen im Bereich Rotbach- bis Emschermündung. Foto: Thorsten Schötzel

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