Dinslaken: Moderne Technik für den alten Kühlturm

Dinslaken : Moderne Technik für den alten Kühlturm

Die Stadtwerke rüsten bestehende Anlage zu einem flexiblen Blockheizkraftwerk um. So können Strom und Wärme erzeugt werden, wenn sie gebraucht werden.

Die Anlage, die die Stadtwerke auf dem ehemaligen Zechengelände zur Erzeugung von Strom und Wärme betreibt, gibt es schon einige Jahre. Nun soll sie auf den neuesten technischen Stand gebracht werden.

Seit 1998 erzeugen die Stadtwerke Dinslaken im alten Kühlturm der Druckluftanlage des ehemaligen Bergwerks Lohberg Energie. Zunächst aus Grubengas und Erdgas, seit 2014 aus Biomethan. Jetzt ist dort die Umrüstung zu einem flexiblen Blockheizkraftwerk (BHKW) vorgesehen, dessen Energieerzeugung punktgenau durch die Erfordernisse des Marktes und damit der Verbraucher gesteuert werde.

So funktioniert es: Ein flexibles BHKW schaltet sich auf Abruf nur in den Stunden ein, wenn Bedarf und Wirtschaftlichkeit eine punktgenaue Strom- beziehungsweise Wärmeerzeugung verlangen. Das flexible BHKW in Lohberg werde die erste Anlage dieser Art innerhalb der Stadtwerke-Dinslaken-Unternehmensgruppe sein.

Aus Sicht des Unternehmens sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das BHKW überaus günstig. Die bestehende Anlage mit ihrem Biomethan-BHKW wird nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz 2009 (EEG) betrieben, daran werde sich auch künftig nichts ändern. Das flexible Kraftwerk laufe ebenfalls mit Biomethan, Platz und sogar die energetische Anbindung sei bereits vorhanden, weil auch in den ersten Jahren im ehemaligen Kühlturm zwei BHKW Strom und Wärme, damals noch aus Grubengas, erzeugt haben. Attraktiv für die Investition in ein Flex-BHKW sei zudem die Flexibilitätsprämie, die in Anspruch genommen werden kann.

Das geplante Flex-BHKW hat eine Leistung von drei Megawatt (MW). Zum Vergleich: Das bereits bestehende Biomethan-Kraftwerk hat eine Leistung von 1,99 MW elektrisch und 1,9 MW thermisch. Die Anlage wird ganzjährig zur Erzeugung von Fernwärme eingesetzt. So können in der Lohberger Anlage insgesamt knapp 5,3 MW elektrische Leistung und fünf MW thermische Leistung erzeugt werden. Dies allerdings nur, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist.

Der Strompreis ist im Tagesverlauf starken Schwankungen unterworfen. Diese resultieren aus einer Wechselwirkung, die sich aus der naturgegebenen Einspeisung von Strom aus Wind- und Sonnenenergie und anderen Kraftwerken und dem Bedarf von Industrie, Gewerbe und Privathaushalten ergibt. Ein flexibles BHKW kann allerdings Strom punktgenau dann produzieren und ins Netz abgeben, wenn es hohen Bedarf gibt. Es springt automatisch in dem Moment an, wenn der Strompreis hoch ist. Dies macht das Flex-BHKW mit Blick auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Energieressourcen besonders effizient: Es verbraucht seinen Brennstoff Biomethan nur dann, wenn wirklich Bedarf besteht.

(mt)