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Dinslaken: Millionenloch im Budget

Dinslaken : Millionenloch im Budget

Die Gesundheitsreform erhöht indirekt den Druck auf die Krankenhäuser, da sie ihre Probleme nicht angeht. Das Evangelische Krankenhaus in Dinslaken muss 2007 ein Minus im siebenstelligen Bereich ausgleichen.

Fast jedes zweite Krankenhaus in Deutschland schreibt rote Zahlen, so wird in Insiderkreisen vermutet. Den vier Klinken im Verbund der Evangelischen und Johanniter Kliniken (EJK) Niederrhein geht es da vergleichsweise gut. Auch das Evangelische Krankenhaus in Dinslaken wirtschaftet gesund, hält Einnahmen und Ausgaben in der Waage. Das dürfte sich im kommenden Jahr ändern. Dem Krankenhaus droht ein Loch im Budget 2007 in Höhe von mehr als einer Million Euro. Die Gesundheitsreform trägt indirekt Schuld daran.

1,2 Millionen Euro Mehrkosten

So denkt EJK-Geschäftsführer Otto Eggeling. „Wir müssen zusätzliche Aufwendungen einrechnen, die das Risikopotenzial erhöhen“, erklärte er gegenüber der Rheinischen Post leicht verschlüsselt. Im Klartext heißt das: Die Bundesregierung bewilligt dem Krankenhaus für den nächsten Haushalt eine Steigerung von 0,28 Prozent. Angesichts der 26 Millionen Euro, die im laufenden Jahr insgesamt bewegt werden, macht das etwa 150 000 Euro.

Auf der anderen Seite erwartet Eggeling eine Kostensteigerung von „vier bis fünf Prozent“ – geschuldet dem neuen Tarifabschluss des Marburger Bundes sowie der Mehrwertsteuer-Erhöhung zum 1. Januar. Im schlimmsten Fall fallen 1,2 Millionen Euro an Mehrkosten. Macht ein Minus von etwas mehr als einer Million.

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Kosten sparen

Die Koalitionspartner in Berlin hätten diese drängenden Fragen in den Verhandlungen um den Gesundheitskompromiss gar nicht behandelt. Daher würde die Reform zu Recht kritisiert, so Otto Eggeling. Wie wird das Klinikum reagieren? „Auf der Erlösseite sind wir eingeschränkt“, so der EJK-Geschäftsführer, „wir können ja keine Patienten einfangen.“

Also: „Wir müssen Kosten sparen.“ Da geht es womöglich auch an Arbeitsplätze der über 400 Beschäftigten an der Kreuzstraße.

„Wir sind bislang darum herum gekommen“, versuchte Eggeling zu beschwichtigen, „aber wir müssen jeden Stein umdrehen und uns in allen Belangen optimieren.“

(RP)