Dinslaken: Mik macht Lust aufs Kochen

Dinslaken: Mik macht Lust aufs Kochen

Er ist schnell. Er ist gut. Er ist Kochprofi. Wenn Oliver Mik beim Einsatz am Herd das Geheimnis der Chili-Bratwurst lüftet, bekommen Gastronomen glänzende Augen. Im Herbst wollte der TV-Koch in Hünxe eine Kochschule eröffnen. Dort hat sich das Projekt zerschlagen. Jetzt startet Mik in Voerde.

Hünxe/voerde "Kochen ist für mich eine Leidenschaft", sagt Oliver Mik. Ganz gleich, ob er unterwegs ist oder zu Hause – nur selten legt er den Löffel aus der Hand. Schon als Elfjähriger schaute der gebürtige Essener der Mutter beim Zubereiten der Speisen über die Schulter. Früh war ihm klar, dass er Koch werden will. Jetzt ist Mik 35 und andere sehen ihm beim Kochen zu. Wenn Mik in der Doku-Soap "Die Kochprofis – Einsatz am Herd" die Pfanne schwingt, sind es Hunderttausende. Bei RTL II hilft der Mann, den seine Freunde "Quick Mik" nennen, verzweifelten Gastronomen auf die Sprünge. Ab Juni will er in einer eigenen Kochschule am Heideweg in Friedrichsfeld die Menschen glücklich machen: Hobbyköche, Profiköche, Metzger, Hausfrauen, Singles und Paare. Es soll Kurse für Fortgeschrittene geben und Kochen im Club für Anfänger – alles nach Gusto. Das heißt: Vor jedem Einsatz am Herd wird Oliver Mik die Teilnehmer fragen, was sie mögen und was sie nicht so gern essen.

Geheimnisvolle Desserts

Zubereitet wird jeweils ein Drei-Gänge-Menü. "Vorspeise und Hauptgang gebe ich vorher bekannt. Das Dessert ist ein Geheimnis." Gekocht wird in kleinen Gruppen von höchstens acht Teilnehmern, und zwar am Wochenende. Vier bis sechs Stunden soll der "Unterricht" jeweils dauern. Pausen und gemeinsames Dinieren inklusive. Oliver Mik freut sich drauf. Er mag es, wenn in der Küche Action herrscht. Vor kurzem hat er eine Geburtstagsgesellschaft in Hünxe bekocht. "Plötzlich standen 21 Leute um mich herum und haben mir über die Schulter geschaut. Da wollte keiner mehr Geburtstag feiern. Aber es war ein richtig schöner Abend."

Oliver Mik ist 18, als er eine Ausbildung im Hotel Astoria in Essen beginnt. Danach wird er Feldkoch bei der Bundeswehr, wo er für die Verpflegung für 800 Soldaten verantwortlich ist. Mik sammelt Erfahrungen als Vorstandskoch von Thyssen Krupp und im "Tre Forze" auf der Kö in Düsseldorf, 2004 wird er Küchenchef im Bochumer Polizeipräsidium und landet schließlich beim Fernsehen – 2008 bei RTL II als "Jumbo, der Restauranttester", seit 2009 rührt er als "Kochprofi" in Töpfen und Pfannen.

Im Oktober vergangenen Jahres ist Oliver Mik von Essen nach Hünxe gezogen. Weil sich sein Kochschul-Projekt dort nicht realisieren ließ, bezieht er demnächst einen Neubau an der Heidestraße in Friedrichsfeld. Im Mai will er einziehen, am 1. Juni soll die Kochschule starten. Das Ruhrgebiet gegen den Niederrhein einzutauschen, fiel Oliver Mik nicht schwer. "Ich mag die Idylle hier", sagt der 35-Jährige. "Hier gibt es viel Grün. Es ist ruhig. Die Verkehrsanbindungen sind ideal."

Hier spricht jemand, der viel auf Achse ist. Wenn Oliver Mik nicht fürs Fernsehen dreht, ist er bei Koch-Events und privaten Partys dabei oder wirkt bei gemeinnützigen Veranstaltungen mit. Für die kommenden Monate hat sich der Mann mit der feinen Zunge noch mehr vorgenommen. Er will eine Benefizaktion für Kinder anstoßen und die Krebshilfe unterstützen. In der Bottroper Movie World will er mit dem größten Kochkursus der Welt den Sprung ins "Guinness-Buch der Rekorde" schaffen. Für Mitte des Jahres ist ein neues TV-Format geplant, mit dem "Quick Mik" – der auf schnelle Autos und schnelle Lösungen steht – seinem Namen alle Ehre machen will. "Mehr verrate ich aber noch nicht", sagt Mik, der in der zweiten RTL-Kochprofi-Staffel nicht mehr dabei sein wird.

Oliver Mik liebt gutes Essen. Und er liebt die Zubereitung guter Speisen. Wenn er erzählt, wie er ganz besonders zartes Fleisch anbrät oder frischen Thymian aus dem hauseigenen Kräutergarten zwischen den Fingern zerreibt, leuchten seine Augen. Wenn er über seine Chili-Bratwurst mit Krustentieren in einer Oliven-Kräuter-Soße und gebratenen Schinkenspeck berichtet, gerät er ins Schwärmen.

Sauerbraten mit Klößen

Wer Mik nach seinen Lieblingsspeisen befragt, dem empfiehlt er prompt die Extra-Wurst mit dem Nachbeißeffekt. Das Geniale daran sei die "explosionsartige Geschmacksentwicklung im Mund". Auch eine gute Currywurst zählt Oliver Mik zu seinen Favoriten. Außerdem Spaghetti Bolognese mit viel Parmesan und hausgemachten Sauberbraten mit Klößen und Rotkohl. "Das ist einfach lecker", sagt der Kochprofi und lächelt.

(RP)