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Michelle Müller (26) ist seit Mai Dinslakens Social-Media-Managerin.

Social-Media-Managerin Michelle Müller (26) : Ein soziales Netz über Dinslaken spannen

Michelle Müller (26) ist seit Mai Dinslakens Social-Media-Managerin.

Die Besonderheit von Facebook, Instagram, Whats App &Co. beschreibt Michelle Müller so: „Der Name sagt es – mit ihnen lassen sich Netzwerke über die ganze Welt knüpfen.“ Seit Mai ist die 26-Jährige nun damit beschäftigt, ein solches Netz aus sozialen Medien auch vom Rathaus aus über Dinslaken zu spannen, denn dort ist sie als Social-Media-Managerin angestellt und verstärkt die Pressestelle um Marcel Sturm.

„Das sozialste Netzwerk ist der Marktplatz, wo sich die Menschen im Alltag begegnen“, sagt der Stadtsprecher. Aber dort den ganzen Tag zu stehen sei nicht möglich, also wollen sie in der Pressestelle verstärkt an den Stellen aktiv werden, an denen das digitale Stadtgespräch geführt wird. „Wir müssen auch dort zu finden sein“, sagt Sturm.

Es geht um wichtige Servicefragen für die Bürger genauso wie um die Veranstaltungen, welche die Menschen bewegen. Ob Dinslaken eine separate Stelle für diese Belange einrichten muss, wurde vorab auch kontrovers diskutiert. Stadtsprecher Sturm betont seinen Standpunkt: „Es geht nicht um eine freiwillige Leistung. Bürgerservice ist aus meiner Sicht notwendige Arbeit.“

Und dafür ist Michelle Müller nun im Rathaus zuständig. Gebürtig kommt sie aus Dinslaken, wohnt inzwischen in Walsum – aber zur Stadtgrenze sei es nicht weit, sie fahre zum Einkaufen auch nach Dinslaken, sagt sie. Die 26-Jährige beschreibt sich als medienaffin, habe vor allem während eines Auslandssemesters in Thailand soziale Netzwerke genutzt, um in Kontakt zu bleiben. Accounts hat sie bei Facebook, Instagram, Xing, Snapchat – und Whats App. „Das vergisst man, aber das wird am meisten genutzt.“ Ein neues Gesicht ist sie im Rathaus nicht. Zwischen April und August vergangenen Jahres hat Michelle Müller sich im Rahmen ihrer Masterarbeit bereits mit dem Thema in Dinslaken beschäftigt: Wie funktioniert Social Media für eine Kommune? Denn die habe etwa im Vergleich zu Unternehmen ganz andere Richtlinien zu beachten. Dafür hat sie Telefonate geführt, um Erfahrungen anderer Städte zu erfragen. Welcher Inhalt ist interessant? „Alles, was in die Lebenswirklichkeit der Bürger hineinwirkt“, sagt Marcel Sturm. Welcher Kanal ist relevant? Es ergebe Sinn mit Facebook zu starten, befinden sie. Müller: „Das ist der reichweitenstärkste Kanal.“ Aber auch Instagram, Whats App und You Tube haben sie auf dem Schirm: „Twitter spricht ja eher Fachpublikum an. YouTube ist hingegen sehr stark, ich bin permanent dort unterwegs“, sagt Marcel Sturm. So könnte auch das Thema Video interessant werden. „Ich denke, das entwickelt sich mit der Zeit“, sagt Michelle Müller. Eine Herausforderung ist auch die Ansprache: Als Behörde muss möglichst sachlich formuliert werden. „Dabei sagt es das Wort sozial aus, es sind keine sachlichen Medien“, beschreibt Marcel Sturm den Spagat. Zudem müssen Posting und Tweet deutlich knackiger formuliert werden, für ausführliche Erklärungen ist da kaum Platz.

In den vergangenen Monaten hat Michelle Müller sich auch mit den Datenschutz und rechtlichen Aspekten beschäftigt, eine Netiquette wurde aufgestellt, in der Regeln zu Diskussionen im Netz festgehalten werden. „Jeder ist willkommen, aber wer so etwas missbraucht, um Hass zu säen, Menschen zu beleidigen und auf Minderheiten herumzutrampeln, wird wieder ausgeladen“, sagt Marcel Sturm. Man tue denen Unrecht, die Normalität wollten. Das Negative falle leider schnell auf, ergänzt Müller.

Einen Instagram- sowie Facebook-Account haben sie bereits eingerichtet, ab 1. August sollen diese regelmäßig mit Leben gefüllt werden. Was sie bis dahin zu tun habe, wurde sie oft gefragt, sagt Michelle Müller und muss schmunzeln. Schließlich gilt es einen Plan zu machen, wie sie die Netzwerke über Dinslaken knüpfen will.

(acf)