Reportage Am Montag: Masken wie beim Karneval in Venedig

Reportage Am Montag : Masken wie beim Karneval in Venedig

In einem Workshop mit Museumspädagogin Cordula Hamelmann bastelten Kinder im Museum Voswinckelshof venezianische Karnevalsmasken und lernten in der Ausstellung "Poesia di Venezia" etwas über die Geschichte des Festes.

Dinslaken Am Eingang des Museums Voswinckelshof erwartet Museumspädagogin Cordula Hamelmann die jungen Teilnehmer ihres Workshops, bei dem venezianische Karnevalsmasken entstehen sollen. Passend zur Ausstellung "Poesia di Venezia" mit Aufnahmen von Fotograf Axel Wolff und Kostümen, Masken und Accessoires aus dem Karneval in Venedig, dürfen sich die jungen Museumsgäste selbst an der Herstellung typischer Gesichtsbedeckungen versuchen. Zuerst geht Cordula Hamelmann mit den Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 15 Jahren in die Ausstellung. Schließlich braucht es fürs Maskenbasteln auch etwas Inspiration.

"Was ist der Vorteil so einer Maske?", fragt die Museumspädagogin. Schnell ist die Antwort gefunden: Man ist dahinter nicht erkennbar und damit auch ein wenig frei. "Das Besondere an den venezianischen Masken ist, dass man oft nicht einmal mehr erkennen kann, ob Mann oder Frau dahintersteckt", erklärt sie. "So konnten sich arm und reich, Bürger und Fürsten im Karneval bunt mischen." Die Workshop-Teilnehmer dürfen erstmal die Ausstellung erkunden und sich ein Bild aussuchen, das ihnen besonders gut gefällt und eine Maske zeigt, die ihnen zusagt. "Das ist ein tolles Bild", ruft eines der Mädchen durch die Ausstellung. "Das hier ist voll schön", kommt die Antwort von der anderen Seite des Raumes. Die bunten Eindrücke, die Fotograf Axel Wolff in Form von Bildern und Kostümen von seinen Besuchen des Karnevals in der Lagunenstadt mitgebracht hat, begeistern die jungen Museumsbesucher.

Schnell sind Lieblingsbilder gefunden und Cordula Hamelmann fragt die Workshop-Teilnehmer, ob sie an den Masken Besonderheiten entdecken können. Die sind schnell entdeckt: Bunt umrahmte Augen, mit glitzernden Mustern und bunten Federn versehener Gesichtsschmuck. Anhand der Kostümierungen nimmt Cordula Hamelmann die Kinder aber noch kurz auf einen Ausflug in die Geschichte mit. Denn viele der Kostüme weisen mittelalterliche und barocke Motive auf. Und dann gibt es ja noch einen direkten Bezug zwischen Dinslaken und der Lagunenstadt: "Jemand hat einmal gesagt, Dinslaken wäre das Venedig des Niederrheins, weil wir auch überall Wasser haben und die Häuser mit Pfählen abstützen müssen", erzählt die Museumspädagogin.

Für den praktischen Teil der Arbeit geht es in die Cafeteria des Museums. Hier sind die Tische bereits mit Unterlagen für die Bastelarbeit versehen und ein ganzes Sammelsurium von möglichen Verzierungen wartet auf die Maskenbauer. Zuerst braucht es aber eine Grundlage für den Gesichtsschmuck. Cordula Hamelmann hat zwei verschiedene Schablonen für die Masken mitgebracht. Eine mit runder Oberkante und eine, die an der Oberseite in zwei Spitzen ausläuft. Schnell haben sich die jungen Museumsbesucher für ihr favorisiertes Modell entschieden. Die Schablone auf Pappe übertragen, ausschneiden und fertig ist die Grundlage für die eigene Maske.

Dann schreiten die Maskenbauer ans Werk: Mit Buntstiften bringen sie farbige Muster auf die noch weißen Masken auf. Es folgen große oder kleinere Strasssteine. Danach bunte Federn für den besonderen Effekt. Als Schlusspunkt kommt noch ein wenig Glitzer dazu. Dabei gehen die jungen Maskenbauer durchaus selbstkritisch ans Werk. "Das sieht nicht gut aus", sagt die 11-jährige Alexis beim Blick auf ihre Maske. "Die ist doch ganz toll", sagt Cordula Hamelmann beim Blick auf das Ergebnis des Basteleinsatzes. Trotzdem legt die junge Maskenbastlerin noch einmal Hand an und legt etwas Glitzer nach.

Dabei sind die typisch venezianischen Masken nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein praktisches Kostüm für die Karnevalszeit. "Man kann zur Maske alles anziehen. Sobald man sie aufhat, ist man verkleidet", sagt Cordula Hamelmann. So lässt sich der Straßenkarneval auch bei Regen oder Kälte problemlos in entsprechender Kleidung überstehen. Da verwundert es auch nicht, dass einige der Workshop-Teilnehmer ihre Masken gar nicht mehr abnehmen wollen, nachdem diese fertig sind.

"Das Basteln hat Spaß gemacht, auch wenn die Maske nicht ganz perfekt sitzt", sagt die 15-jährige Michelle. Ihr und einigen weiteren der jungen Museumsgäste hat der Workshop so viel Spaß gemacht, dass sie für den nächsten museumspädagogischen Workshop direkt wieder ins Museum kommen wollen: Am 18. Februar können Kinder dann lernen, sich fantasievoll selbst zu schminken.

(RP)
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