Martin Engelien startet im Tom's in Dinslaken die neue Go-music-Konzertreihe

Volles Haus : Go music im Tom’s: Rockwärts ins Konzertjahr 2020

Martin Engelien gelingt mit Francesco Marras und Blues-Sängerin Vanja Sky ein großartiger Aufschlag zur neuen Reihe.

Es war ein Start ins neue Jahr, der nicht nur Veranstalter Schröder ein Lächeln auf die Lippen zauberte: Die Bude gerammelt voll und auf der Bühne frische Acts, die jede Menge neuen Schwung in ein Format brachten, das seit 1996 allmonatlich ausgesuchte Clubs der Region rockt. Aber dies ist das Konzept von Martin Engeliens Go music: Eine stets veränderte Band aus altbekannten Weggefährten und neuen Entdeckungen jammt sich durch 50 Jahre Rockgeschichte und auch die vertrautesten Klassiker klingen so immer wieder neu. Dies lag im Tom’s an der Thyssenstraße zum einen an der jungen Bluessängerin Vanja Sky, für das gitarrenaffine Stammpublikum von Go music aber vor allem an Francesco Marras. Der Sarde ist erst im November nach Köln gezogen, wo ihn Bekannte gleich zum Go-music-Konzert mitnahmen. Wohl mit Hintergedanken, denn nur zwei Monate später gab er in Dinslaken sein Debüt in dem Format.

Gleich im instrumentalen Opener ahnte man, was da an diesem Abend noch kommen sollte. Der Gitarrist mit der Metal-Mähne blieb nämlich völlig entspannt, als Engelien am Bass bereits voll aufdrehte. Mit viel Tremolo und nur fast beiläufigen Sechszehntelnoten setzte er auf Atmosphäre.

Wie er mit der gleichen Unaufgeregtheit später hochvirtuos auf den Spuren von Joe Satriani wandelte, begeisterte und als er auch noch mit opulentem Metal-Tenor Bon Jovis „Dead or alive“ sang, war klar: Diesen Namen sollte man sich mal merken.

Vanja Sky ist Blues-Sängerin - früher hätte man „Rock-Röhre“ gesagt - und Gitarristin. Letztes Jahr trat die Kroatin mit dem Retro-„Joan-Jett“-Look im Vorprogramm von UFO auf, dieses Jahr geht sie alleine auf Tour. Martin Engelien gab ihr die Gelegenheit, auch einige starke Kostproben ihrer eigenen Songs zwischen Blues und Rock ‘n’ Roll zu geben. Auch da erwies sich Francesco Marras neben Glasperlenspiel-Schlagzeuger Bene Neuner und einem hochmotivierten Martin Engelien am Bass als starker Sidekick.

Es war der erste Abend der Tour, einige Male gab Engelien den beiden Neuen noch Anweisungen. Aber es war ein Start von 0 auf 100 in wenigen Sekunden. Die Zugabe „Wild Thing“ war musikalisch von Anfang an Programm.

(bes)