Hintergrund: Lohberg nicht in zwei Ortsteile zerteilen

Hintergrund : Lohberg nicht in zwei Ortsteile zerteilen

Bürger äußern bei Informationsveranstaltung Anregungen und Sorgen zur Änderung des Einzelhandel- und Zentrenkonzepts.

Dinslaken (aha) Der Bauantrag für den Netto-Markt an der Hünxer Straße in Lohberg ist eingereicht - genehmigt ist er noch nicht. Dafür muss der Stadtrat zuerst der Änderung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts zustimmen. Welche Folgen hat das für den Johannesplatz?

Darüber diskutierten Bürger schon im Januar auf Einladung des Forums Lohberg. Jetzt gab es eine Fortsetzung: Die Verwaltung nahm bei einer Veranstaltung im ehemaligen Pförtnerhäuschen der Zeche Anregungen aus der Bürgerschaft zum Thema auf. Alt-Lohberg und Neu-Lohberg. Diese Begriffe und die damit verbundene Trennung habe man vermeiden wollen - dennoch seien die Begriffe schon jetzt im Lohberger Wortschatz verankert, beklagte Julia Schlimmerei.

Lange schon wohne sie in Lohberg - und stelle fest, dass auf der anderen Seite der Hünxer Straße alles neu gebaut und aufpoliert werde - und im bisherigen Ortskern nichts geschehe. Vom Leitsatz "Lohberg und die Halde werden eins" sei dort wenig zu spüren.

Im Gegenteil, Apotheker Werner Heuking brachte Gerüchte zur Sprache, nach denen es Bestrebungen geben soll, den Wochenmarkt am Samstag vor die Neutor-Galerie zu verlagern. Dabei müsse doch gerade ein Stadtteil wie Lohberg die Besucher mit außergewöhnlichen Angeboten anlocken - und das sei eben der Wochenmarkt.

Gerüchte über Umsiedlungsbestrebungen des Marktes konnte Stefan Weinert, der gemeinsam mit Heike Schulz (beide von der Stabsstelle Stadtentwicklung) die Gespräche mit den Bürger führte, nicht bestätigen. Auch gebe es keine Bestrebungen, den Handel vom Johannesplatz zu nehmen. Aber man wolle eben gewappnet sein, falls der Edeka doch einmal schließe und die Nahversorgung sicherstellen. Ein 800 Quadratmeter großer Netto sei eine Größe, die der Stadtteil tragen könnte.

Negative Auswirkungen auf den Johannesplatz konnte das Gutachten dennoch nicht ausschließen - hier soll durch eine Umgestaltung mehr Aufenthaltsqualität geschaffen werden. "Aber ein neuer Kiosk reicht doch nicht aus", wandte eine Bürgerin ein. Gastronomie, in der Menschen mit Handicap arbeiten, sei eine Möglichkeit, so ein Vorschlag.

Als weitere Bedingung für ein mögliches Zusammenwachsen der beiden Ortsteile wurde die Verkehrsberuhigung der Hünxer Straße betrachtet. Diese sei, so hieß es, immer versprochen worden, sobald die Nordtangente erstellt sei. Die Pläne für die Umgehung zwischen Lohberg und Bruckhausen werden im Juni erstmals sowohl in den Dinslakener als auch in den Hünxer Ausschüssen vorgestellt, kündigte Weinert an.

Bis zur Umsetzung könnten aber ein paar Jahre vergehen. Auf der Hünxer Straße solle es danach "wesentlich weniger Durchgangsverkehr" geben, Verengungen sollen zudem die Autofahrer drosseln. Eine Bedingung der Stadt an den Netto war, dass eine Zuwegung für Fußgänger und Radfahrer geschaffen wird, die in den Plänen auch vorhanden ist.

Ob die Kunden dann über eine Verkehrsinsel über die Hünxer Straße gelangen oder ob dafür die Ampel am Eingang der ehemaligen Zeche versetzt werden könnte, auch diese Fragen wurden diskutiert und für das weitere Verfahren aufgenommen.

(RP)
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