Keine Sonderzahlung für Dinslaken Linke: Kreis soll Straßenbahn-Linie 903 finanzieren

Dinslaken · Wenn Dinslaken die Sonderumlage zahlen muss, bestehe die Gefahr, dass die Linie den Betrieb demnächst einstellt.

 Die Straßenbahnen der Linie 903 fahren zum Dinslakener Bahnhof.

Die Straßenbahnen der Linie 903 fahren zum Dinslakener Bahnhof.

Foto: martin Büttner/Büttner, Martin (m-b)

„Kirchtumspolitik hilft uns nicht weiter, die Linie 903 muss weiterhin aus Mitteln des Kreises finanziert werden“, sagt der Vorsitzende der Linken-Fraktion im Kreistag Wesel, Sascha H. Wagner. Deshalb hat die Fraktion nun zu den Haushaltsberatungen des Kreises beantragt, auf eine entsprechende Sonderumlage zu verzichten. Die Kreisverwaltung will die Stadt Dinslaken verpflichten, die Linie 903 mit jährlich 500.000 Euro zu finanzieren.

Es gäbe, so Sascha H. Wagner,  viele Kreisstraßen, Buslinien und Angebote des Kreises, die jeweils in besonderem Maße einzelnen Kommunen zugute kommen. „Wenn das Schule mache, was mit der Sonderumlage für die 903 beginnen soll, werden wir im ganzen Kreis Wesel keinen besseren öffentlichen Nahverkehr hinbekommen, sondern uns mit kleinlichen Berechnungen herumschlagen müssen.“ Konkret bestehe angesichts der schlechten Haushaltslage der Stadt Dinslaken zudem die Gefahr, dass die Linie 903 in den nächsten Jahren ihren Betrieb einstellen müsse, weil die Kommune sie nicht finanzieren könne. Seit Jahren würden den Kreisen und Kommunen von Bundes- und Landesregierung nicht die Mittel zur Verfügung gestellt, die für eine gute Infrastruktur notwendig seien. Aus Sicht der Linken sei es egal, ob Schwarz-Gelb, Rot-Grün oder die GroKo regiere, so Sascha H. Wagner. Gegen dieses Ausbluten müsse man sich wehren, anstatt mit Sonderumlagen „kaum vorhandenes Geld von einer Tasche zur anderen zu schieben“.

       Sascha H. Wagner, Fraktionschef der Linken im Kreis

Sascha H. Wagner, Fraktionschef der Linken im Kreis

Foto: Malz, Ekkehart (ema)

„Unsere Bürgerbefragung hat deutlich gemacht, dass gerade der schlechte öffentliche Nahverkehr ein großes Problem im Kreis Wesel ist. Die Verkehrsanbindung ist auch einer der wichtigsten Standortfaktoren. Von daher ist die Debatte um die 903-Finanzierung auch kontraproduktiv“, erklärt Wagner. Kreis und Kommunen sollten vielmehr  gemeinsam für eine bessere Finanzierung durch Land und Bund sowie einen besseren ÖPNV kämpfen.

(RP)