Lebenslange Haft für Axtmord

Heimtückisch und aus Habgier : Lebenslange Haft für Axtmord

Die Tat geschah im September in Hünxe. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Heimtückisch, aus Habgier und zur Ermöglichung einer Straftat, nämlich eines Raubes, habe der 40-Jährige aus Hünxe am Abend des 15. September 2018 gehandelt. Er habe sein Opfer, einen 82-jährigen Senior, in dessen Wohnung mit einer Axt erschlagen, befanden die Richter am Landgericht Duisburg. Sie sprachen den Angeklagten am Freitag des Mordes schuldig und verurteilten ihn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Die Strafkammer ging von folgendem Tatablauf aus: Der auch wegen seiner Spielleidenschaft in finanzielle Engpässe geratene Angeklagte habe den ihm und seinen Eltern fast freundschaftlich verbundenen Ex-Lehrer, für den er Hausmeisterdienste versah, nach einem Darlehen von 3000 Euro gefragt. „Der Geschädigte, der den 40-Jährigen gut kannte, lehnte ab, weil er fürchtete, dass der das Geld verspiele“, so der Vorsitzende. Der Angeklagte sei daraufhin wütend zu seinem Auto gegangen. „Spätestens in diesem Moment hatte er beschlossen, den 82-Jährigen zu töten“, befand das Gericht. Er habe ein Handbeil geholt, es unter seinem Pullover verborgen, sei in die Wohnung zurückgekehrt und habe zugeschlagen, als der Pensionär sich wieder der Sportschau zuwandte. „Mit einem mit großer Kraft geführten Hieb spaltete er ihm den Schädel.“

Eine Börse mit 200 Euro Bargeld, in der sich auch die EC-Karte des Seniors und ein Zettel mit der Pin-Nummer befanden, nahm der Angeklagte mit. Mit einem Schuh sicherte er die Terrassentür, um später weiter nach Beute zu suchen. 1000 Euro hob er vom Konto des Ermordeten ab. Den größten Teil der Beute verspielte er.

Die Verteidigung hatte bis zuletzt versucht, den Angeklagten als Spielsüchtigen darzustellen. Nachdem ein psychiatrischer Sachverständiger dafür keine Anhaltspunkte fand, lehnte ihn ein Verteidiger zuletzt wegen Besorgnis der Befangenheit ab und forderte ein neues Gutachten. Die Kammer lehnte das ab. Es gebe keinen Hinweis darauf dass das Spiel das Leben des Angeklagten beherrschte und er seine Handlungen nicht mehr habe steuern können.

Die Staatsanwaltschaft und die Anwältin des Bruders des Getöteten, der als Nebenkläger auftrat, hatten neben lebenslanger Haft auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Dann hätte der Verurteilte nicht nur 15, sondern mindestens 25 Jahre im Gefängnis bleiben müssen. Die Strafkammer folgte dem aber nicht:  Auch wenn es zynisch klinge, so hebe sich der Fall nicht ausreichend von dem ab, was das Gesetz unter Mord verstehe.

„Die Frage, warum der Angeklagte die Tat beging, konnten wir nicht klären“, bedauerte der Vorsitzende. Aber das wisse wohl auch der Angeklagte selbst nicht. Er hätte seine drängendsten finanziellen Probleme wenige Tage später durch eine erwartete Steuerrückzahlung regeln können.

((bm))
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