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Voerde: Landrat Müller sieht Niag auf einem guten Weg

Voerde : Landrat Müller sieht Niag auf einem guten Weg

Im Juli hat der Kreistag den neuen Nahverkehrsplan verabschiedet. Die Diskussionen verliefen nicht ohne Kritik. Für die Beschäftigung mit dem rund 700 Seiten starken Werk stand nur wenig Zeit zur Verfügung. Da aber weiterhin Ergänzungen und Einwände möglich sind, wurde der vorgelegte Plan verabschiedet, mit dem im Kreis Wesel "ein angemessenes Verkehrsangebot" gesichert werde, wie es in einer Pressemitteilung des Kreises aus dem Juli heißt. Doch nicht alle sind mit dem Angebot zufrieden. Da stellt sich die Frage, welchen Einfluss die Kreisverwaltung und auch der Kreistag auf die Niag ausüben können. Dazu äußerte sich Landrat Dr. Ansgar Müller.

Der Kreis habe einen erheblichen Einfluss auf das Verkehrsunternehmen, das seit einigen Jahren teilprivatisiert ist. Veränderungen bei den Linien seien möglich. Landrat Müller nennt hier das Beispiel Schulen. Wenn Standorte verlegt oder gar geschlossen würden, würde darauf reagiert werden. Auch bei neuen Gewerbegebieten würde die Niag ihre Linien anpassen. So ist zum Beispiel nach der Ansiedlung von Amazon in Rheinberg eine Anbindung an das Liniennetz erfolgt, damit Beschäftigte dorthin gelangen können.

Der Nahverkehrsplan, betonte Müller in dem Gespräch, regele aber nicht die Fahrpläne, die Abfahrtzeiten sowie die Ausgestaltung der Haltestellen. "Das ist kein Thema auf Ebene des Nahverkehrsplans", so Müller. Das geschehe im Rahmen der jährlichen Fahrplanwechsel. Die gewünschten Änderungen schaue man sich an. Und stimme zu oder nicht. Ein Aspekt, der dabei eine Rolle spielt, sei die Wirtschaftlichkeit. Alles müsse ohne einen Zuschuss des Kreises umgesetzt werden. Denn das würde sich auf die Kreisumlage auswirken und führe vielleicht dazu, dass in den Städten und Gemeinden die örtlichen Steuern erhöht werden müssen. In den vergangenen Jahren habe sich die Niag gut entwickelt. Das Unternehmen werfe einen Gewinn ab, der dem Kreis helfe, die Kreisumlage zu verringern. Müller spricht von einem siebenstelligen Betrag. In der Region sei der Kreis Wesel der einzige, der keinen Zuschuss für den ÖPNV bezahlen muss. Man befinde sich in einem Prozess, der noch nicht abgeschlossen sei. Der Fahrzeugpark werde weiter erneuert, die Diesel-Diskussion betreffe nicht nur Pkw. Es gehe auch darum, wie Mobilität künftig aussehe. Als örtliche Ergänzung zum ÖPNV könnten es Bürgerbus-Systeme sein.

(mt)