L4n: Initiativen in Bruckhausen und in Dinslaken auf Konfliktkurs

Wo soll eine neue Landstraße gebaut werden? : L4n: Initiativen auf Konfliktkurs

Bruckhausener und Dinslakener Bürger argumentieren gegeneinander.

Bürger aus Hünxe-Bruckhausen schalten sich mit Nachdruck in die Diskussion um die L4n ein. So tritt eine „Interessenvertretung Bruckhausener Bürger“ (IBB) auf den Plan. Sie geht aus der Initiative hervor, die sich zuvor für den Erhalt des Sportplatzes in Bruckhausen starkgemacht hat, und hat nach eigenen Angaben derzeit 90 Mitglieder.

„Wir sind entschieden gegen den Ausbau des Schwarzen Weges und des Tenderingsweges zur L4n“, erklären in einer Stellungnahme zwei Sprecher der IBB, Marcel Krause und Britta Loth. „Fakt ist: Die Stadt Dinslaken ist stark auf den Bau der L4n (und der Nordtangente) angewiesen, um den täglichen Verkehr aus der Innenstadt herauszuhalten und um Lohberg herumzuleiten. Dem gegenüber ist der Nutzen für die Bürger in Bruckhausen und der Gemeinde Hünxe verschwindend bis gar nicht vorhanden.“

Eine Landstraße L4n soll eine Verbindung zwischen Dinslakener Straße und Bundesstraße 8 werden. Derzeit werden unterschiedliche Konzepte diskutiert. Erstens: die Anlage einer neuen Route durch das Naherholungsgebiet an den Tenderingsseen. Zweitens: der Ausbau über die bestehenden Wege Schwarzer Weg und Tenderingsweg.

Dagegen wehrt sich die IBB: „Die Wege dürfen nicht auf Kosten unserer Bürger und unserer Natur zur Rennstrecke ausgebaut werden.“ Die Bruckhausener fürchten eine große Belastung für Anwohner und Umwelt, Wertverlust von Häusern, Lärm und Luftverschmutzung: „Berechnungen sagen voraus, dass 10.500 Autos täglich die L4n befahren werden, wenn diese gebaut wird.“

Zudem würden „alle künftigen Entwicklungsmöglichkeiten für ein Naherholungs- und Freizeitgebiet kaputt gemacht“. Das Areal könne mit seinen Baggerseen enormes Potenzial für Erholung und Tourismus entwickeln. Durch den Ausbau der vorhandenen Wege würden aber „die auf Bruckhausener Gebiet liegenden Seen durch eine Landstraße komplett zerschnitten“, so die IBB. Das sei bei einer neuen, südlicher gebauten Straße nicht der Fall.

In Dinslaken wiederum melden sich Aktive der Initiative „Kies wider Willen“ erneut zu Wort. „Wir haben nicht gegen eine temporäre Auskiesung gekämpft, um dafür nun auf Dauer eine sehr stark befahrene Straße mit einem Aufkommen von 15.000 Fahrzeugen pro Tag vor die Nase gesetzt zu bekommen“, schreibt Sprecherin Helga Franzkowiak, womit sie also von einem noch höheren Verkehrsaufkommen ausgeht als die IBB.

Die Akteure bieten ein Muster für Einwendungen zur L4n an. Es steht im Internet auf der Seite der Initiative „Stop L4n“. Darin heißt es: Alles spreche dagegen, einen Erholungsraum mit einer Straße zu zerstören, „nur um vorhandene Infrastruktur nicht nutzen zu wollen“. Fazit: „Die Trasse darf nur über die vorhandenen Straßen Tenderingsweg und Schwarzer Weg geplant werden.“

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