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Kurt Altena setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt der Mühlen in Hiesfeld ein

Auszeichnung im Juni : Mühlenmuseum als Herzensangelegenheit

Die Hiesfelder Wind- und die Wassermühle gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Dinslaken, die von vielen Besuchern besichtigt werden. Kurt Altena setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt der beiden Wahrzeichen ein.

Seit über 35 Jahren ist Kurt Altena Vorsitzender des Hiesfelder Mühlenvereins. Für sein Engagement wird er Mitte Juni ausgezeichnet. Bei der dann stattfindenden Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DMG) erhält der 89-Jährige den Preis der Anneliese-Schücking-Stiftung.

Es war Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre, da gab es Überlegungen innerhalb der Dinslakener Stadtspitze, sich von der Hiesfelder Windmühle zu trennen. Sie sollte abgebaut, in die Eifel transportiert und dann im Freilichtmuseum Kommern Stein für Stein wieder aufgebaut werden. Das ging einigen engagierten Dinslakenern, zu denen Kurt Altena gehörte, damals dermaßen gegen den Strich, dass sie gegen diese Pläne Sturm liefen.

Es kam zu einem Treffen mit dem Landeskonservator in Köln, bei dem es um den Erhalt der Windmühle ging. Das Gespräch verlief erfolgreich, wie sich Kurt Altena erinnert. Das historische Gebäude wurde unter Denkmalschutz gestellt und damit waren die Pläne, es in die Eifel zu verfrachten, hinfällig. Damals entdeckte Kurt Altena sein Herz für die Dinslakener Mühlen. „Sie haben es mir einfach angetan“, sagt der 89-Jährige, der im November seinen 90. Geburtstag feiert. 1976 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Hiesfelder Mühlenvereins, dessen Vorsitzender Altena seit 1982 ist.

Anfänglich kümmerte der Verein sich nur um die Turmwindmühle. Erklärtes Ziel war es, sie zu restaurieren, als technisches Baudenkmal zu erhalten und der Bevölkerung zugänglich zu machen. Irgendwann meldete sich dann der damalige Stadtdirektor Jupp Schmitz beim Mühlenverein. Lobend stellte der Dinslakener Rathauschef fest, dass der Verein das mit der Windmühle doch ganz gut hinbekommen hätte und fragte an, ob der Verein sich vorstellen könnte, sich auch um die Wassermühle zu kümmern. „Natürlich konnten wir das“, berichtet Kurt Altena. Der Verein übernahm also auch die Wassermühle, bestehend aus dem Hauptgebäude mit dem Mühlenbetrieb sowie den als Fachwerkhaus gebauten Lagerschuppen.

Mit der Übernahme der Wassermühle benannte der Verein, der als Förderverein Windmühle Hiesfeld gegründet worden war, sich in Mühlenverein Hiesfeld um. Kurt Altena und seine Mitstreiter brachten die Wassermühle in Schuss und schafften es auch, dass das Wasserrad sich wieder drehte. Im Hauptgebäude richtete Altena das Mühlenmuseum ein, das sich längst zu einem wahren Besuchermagneten entwickelt hat. „Wir erwarten den 300.000. Besucher“, freut sich der Vereinsvorsitzende über das Interesse der Menschen, die von Nah und Fern anreisen. Gruppen, Schulklassen und Einzelbesucher zieht es nach Hiesfeld, auch Besucher aus dem benachbarten Ausland sind dort immer wieder anzutreffen.

Das Mühlenmuseum ist für Kurt Altena eine Herzensangelegenheit, wie er freimütig zugibt. Längst ist es zu einem Aushängeschild der Stadt geworden. Von Hand gemachte Modelle von Mühlen aus aller Welt sind dort ausgestellt.

Der Bestand wurde kontinuierlich ausgebaut und erweitert, inzwischen ist die Zahl der Exponate auf über 60 angewachsen. „Einige Ideen für das Mühlenmuseum habe ich mir in Gifhorn abgeschaut“, berichtet Altena, der 40 bis 50 Mal in dem Mühlenmuseum in Niedersachsen gewesen ist und dort Anregungen erhielt.

In Hiesfeld ist beispielsweise das Modell einer chinesischen Kaolin-Mühle zu bewundern. Das Original steht am Fluss Chindetze. In dieser Wassermühle wird das Kaolin bearbeitet, das zur Herstellung von Pozellan verwendet wird. Neu in die Sammlung des Hiesfelder Mühlenmuseums wurde eine Bockwindmühle aufgenommen. Bei diesem Mühlentyp steht das gesamte Mühlenhaus auf einem dicken Pfahl.

Für den Mühlenverein war Kurt Altena sich niemals zu schade, Klinken putzen zu gehen, um Unterstützung oder Spendengelder zu bitten. „Da es stets für eine gute Sache war, hat mir das nie etwas ausgemacht“, sagt der Vorsitzende des Mühlenvereins. Das Amt in andere Hände zu übergeben, hat Kurt Altena schon seit längerer Zeit vor. Doch einen Nachfolger zu finden, der sich ebenso engagiert der neuen Aufgabe widmet, ist gar nicht so einfach und braucht seine Zeit.

Die nächste Mitgliederversammlung steht Mitte Mai an, dann soll ein neuer Vereinsvorsitzender gewählt werden. Kurt Altena kann auf arbeitsreiche Jahrzehnte als Vorsitzender des Mühlenvereins zurückblicken. Doch er lässt keinen Zweifel daran, dass ihm diese Arbeit stets Spaß gemacht hat.

Kurt Altena ist ein Mann, der sich auf vielen Gebieten eingebracht hat. Beruflich arbeitete er über zwei Jahrzehnte lang im Bergbau und war danach bei der Wohnbau beschäftigt. Als Sozialdemokrat gehörte er dem Dinslakener Stadtrat an und war der letzte ehrenamtlich tätige Erste Bürgermeister der Stadt. Auch im Sport engagierte Kurt Altena sich, beispielsweise im TV Jahn Hiefeld, im Stadtsportverband Dinslaken sowie im Kreissportbund.