Kunsthandwerkermarkt im Bürgerhaus Friedrichsfeld

Von Voerde nach Langeoog : Ein Fischkutter im Schwibbogen

Reif für die Insel ist das Kunsthandwerk, nachdem der Leucht- durch einen Wasserturm ersetzt wurde

Die Wellen rauschen, Möwen umkreisen kreischend den alten Fischkutter vor der Insel Langeoog. Aus dem nahen Wasserturm leuchtet das Licht hinunter aufs Meer – und im Hintergrund die kleine Ortschaft. Ein kleines Meisterwerk hat Harald Küpper da geschaffen und erstmals, als wolle er sein Image vom Weihnachtsmann loswerden, präsentiert er sich bei dem von ihm organisierten Kunsthandwerkermarkt im Bürgerhaus Friedrichsfeld wie ein Seebär in blauer Kleidung mit Krawatte, den weißen Bart kurz gestutzt.

Zwölf Stunden habe er allein am Wasserturm gearbeitet, auch die Fertigung der Kompassrose hat Stunden gedauert. Der Fischkutter ist eigens aus Langeoog angereist. Peter Hüsken hat ihn von der Insel nach Voerde geholt. Wie er übrigens auch den Bogen für den Verkauf auf der ostfriesischen Insel in Auftrag gegeben hat. Oft verbringt Peter Hüsken mit seiner Frau den Urlaub auf Langeoog und hat dort ein anderes Werk des Voerder Hobbykünstlers gezeigt. Dabei fiel auf, dass es auf der Insel keine Tannen und auch keinen Leuchtturm gab, erzählt Hüsken. Und alte Segelboote sind dort auch nicht mehr zu sehen. Also erstand er mehrere Kutter, ein Bild des Wasserturms und ging beladen mit den Materialien in die Werkstatt von Harald Küpper. Der setzte sich dran und so entstand wieder ein Werk, das nicht nur zu Weihnachten seinen Platz in einem Wohnzimmer finden dürfte.

Weihnachtliche Bögen aber gibt es auch in Hülle und Fülle zu bestaunen. Hänsel und Gretel tummeln sich vor einem lodernden Backofen und dem Hexenhaus, ein Trecker fährt mit Holz beladen durch eine Winterlandschaft, Prosper Haniel und die Zeche Zollverein reihen sich ein in Wahrzeichen des Ruhrpotts oder stehen als Förderturm ganz allein. Den sichert sich auch ein alter Bergmann sofort im Bürgerhaus. Überhaupt knubbeln sich die Besucher in Scharen in dem kleinen Gebäude, bestaunen die Laubsägearbeiten, kaufen kleine Glücksbringer.

Während sich die Männer eher die Handwerksarbeiten von Harald Küpper erklären lassen, begutachten ihre Ehefrauen im Nebenraum die von Hannelore Manolfi selbst gestrickten und gehäkelten Schals und Mützen. Aus Alt mach Neu ist ihr Motto und so gibt es Weihnachtssterne aus Toilettenpapierrollen, Flaschenbeutel aus Ärmelhemden und Taschen aus alten Krawatten. Strümpfe und Socken in allen Farben und Größen finden ebenfalls reißenden Zuspruch. Und Schürzen kann man ebenfalls nie genug haben.

Papierarbeiten von Lilo Küpper sind ebenso vertreten wie Schmuck angeboten von Dunja Fischer. Hell leuchten die in Glasvasen hübsch arrangierten Dekokugeln, die Brigitte Hinnemann gestaltet. Seit sechs Jahren ist sie im Bürgerhaus dabei, fertigt Fensterdeko, Sterne und hat sich inzwischen mit ihren Geschenkartikeln in Löhnen selbstständig gemacht.

Die Weihnachtsausstellung im Bürgerhaus Friedrichsfeld an der Poststraße 36 ist auch am heutigen Samstag und morgigen Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Kühle und warme Getränke gibt es dort ebenfalls neben netten Gesprächen mit den Ausstellern.

(big)
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