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Kunstflug - von Lärm und Sicherheit am Flugplatz Schwarze Heide Hünxe

Ärger in Hünxe um Flugplatz Schwarze Heide : Kunstflug – von Lärm und Sicherheit

Auch wenn der Betrieb nerven kann – der Inhaber einer Flugschule möchte die Perspektive erweitern. Sicherheits- und Kunstflug-Lehrgänge am Flugplatz Schwarze Heide seien wichtig für Pilotinnen und Piloten. Zugleich habe er Verständnis für die Klagen und nehme auch Rücksicht.

Im Streit um Kunstflug-Lärm am Flugplatz Schwarze Heide signalisiert Detlef Schulz, Inhaber der Flugschule „H.D. Schulz Luftfahrt“, die am Flugplatz Schwarze Heide sitzt, durchaus Verständnis für die Anwohner, die den Lärm beklagen. „Wir wissen, was da im Augenblick los ist“, sagt er. „Und wir kriegen die Prügel ab und die Anrufe“ – im Augenblick liegen die Nerven der lärmgeplagten Anwohner blank. Aber er wirbt dafür, die Sache auch von einer anderen Seite aus zu betrachten: „Wir haben sogar einen gesetzlichen Auftrag.“

Wie berichtet gibt es eine Petition, die ein Verbot des Kunstflugbetriebs fordert. Nach einem Gespräch mit verschiedenen Akteuren in dieser Woche schien sich zuletzt die Chance auf eine gütliche Lösung zu ergeben. Es könne den Anwohnern schon helfen, wenn sie zumindest im Vorfeld darüber informiert würden, wann besonders intensive Lärmbelästigungen zu erwarten seien, erklärte Bürgermeister Dirk Buschmann.

Für diese Information sorge sein Unternehmen aber heute und auch in der Vergangenheit schon, betont Detlef Schulz. Und die Sicherheits- und Kunstflug-Lehrgänge für Piloten, die er anbietet, seien nun mal wichtig.

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Sie richten sich auch an Hobby-Flieger, aber ebenso an angehende Berufspiloten. Nicht nur die Sicherheitsschulungen, auch Kunstflug-Training sei für einige Piloten – je nach beruflicher Ausrichtung – sogar verpflichtend. „Das ist zum Beispiel vorgeschrieben, wenn einer Testpilot werden will oder Flugsicherheitstrainer“, sagt Schulz. „Wir haben natürlich auch Privatpiloten, ganz klar. Aber auch für die ist das ein großer Sicherheitsgewinn.“

Beim Kunstflugtraining würden Extremsituationen geübt. „Wenn in einem Verkehrsflugzeug ein Systemausfall ist, und ich komme in eine unkontrollierte Lage – wie komme ich da wieder raus?“, erklärt er. Die Piloten würden in die Lage versetzt, ihre Maschinen im Notfall mit der Hand zu führen. „Wir sind die einzige ansässige Flugschule an der Schwarzen Heide, die dieses Sicherheitstraining anbietet.“

Gegen Rücksichtnahme habe er nichts: „Grundsätzlich fliegen wir nach einer freiwilligen Vereinbarung mit der Flughafengesellschaft nicht vor 9 und nicht nach 19 Uhr“, betont er. Seine Schule sei zudem nur mit einer einzigen, nicht so lauten Maschine unterwegs, und das in großer Höhe. „Wobei wir natürlich nicht behaupten, dass man uns dann nicht hört.“

Dass jedoch der Kunstflugbetrieb verboten werden solle, sei wohl ein Wunsch, „der sicherlich aus einer gewissen Unkenntnis heraus kommt“, findet Detlef Schulz. „Man kann über alles reden, aber ich denke, da fehlt ein bisschen der reelle Blick.“

Der nächste Lehrgang seiner Schule ist übrigens vom 23. bis zum 31. August, der letzte war im Juni. Angeboten wird ein „Flugsicherheitstraining mit der Erwerbsmöglichkeit der Kunstflugberechtigung für Piloten“. Wobei am Sonntag, 23. August, nur Theorie stattfindet – dann wird also nicht geflogen.

„Alle Flüge werden streng gemäß den gesetzlichen Bestimmungen innerhalb der dafür vorgesehen Lufträume durchgeführt“, betont die Schule. Die Ruhezeiten würden beachtet.