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Kunden mit Abellio-Zügen zufrieden

Qualitätsberichte liegen vor : Bestnoten für die Abellio-Züge

Der VRR kritisiert eine merklich schlechtere Qualität auf den Strecken im Verbandsgebiet. Positive Ausnahme ist dabei die Bahn, die auf den Linien RE 19 und RB 35 über Dinslaken, Voerde und Friedrichsfeld unterwegs ist.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat gerade seinen Qualitätsbericht für die Strecken in seinem Gebiet vorgelegt. Die Publikation dokumentiert unter anderem die Pünktlichkeit der Linien, den Zustand der Fahrzeuge und zeigt auf, wie die Fahrgäste selbst das Angebot einschätzen.

Und der VRR spart nicht mit Kritik. „Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Qualität im Jahr 2018 insgesamt merklich verschlechtert“, heißt es. Der VRR habe zahlreiche Gespräche geführt und Maßnahmen gefordert, um die Situation für die Fahrgäste zu verbessern. „Die katastrophalen Zustände auf einigen Linien haben letztendlich mit dazu geführt, dass wir im Januar zwei Eisenbahnverkehrsunternehmen abgemahnt haben. Das Wichtigste für unsere Kunden ist, dass die Züge zuverlässig fahren. Und dass sie auch die geforderten Kapazitäten und Sitzplätze bieten“, erklärt Roland Lünser, VRR-Vorstandssprecher.

Kritik, die die Fahrgäste in Dinslaken, Voerde und Friedrichsfeld relativ gelassen sehen können. Denn hier ist die „Bahnwelt“ inzwischen offenbar in Ordnung. Nachdem es in der Vergangenheit jahrelang immer wieder Beschwerden über die Züge der Deutschen Bahn gab, hat sich die Situation komplett gewandelt seit das Privatunternehmen Abellio die Züge RB 35 und RE 19 am Niederrhein übernommen hat. Seitdem landet Abellio immer weit vorne bei der Kundenzufriedenheit.

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Und jetzt hat es das Bahnunternehmen sogar geschafft, die Regiobahn in Düsseldorf vom ersten Platz zu verdrängen. Abellio kam bei den Bewertungen, die auf dem Schulnotensystem beruhen auf einen Gesamtwert von 1,91 und konnte damit den schon recht guten Wert von 1,93 aus dem Jahr 2017 sogar noch verbessern. Bei der Pünktlichkeit räumte Abellio Rail ebenso die Bestnote (2,21) ab wie bei dem Sicherheitsempfinden tagsüber (1,66). Das Sitzplatzangebot (1,9), die Qualität des Zugpersonals (1,61) und die Fahrgastinformationen im Zug (1,81) bewerteten die Kunden sehr positiv.

Diese Entwicklung auf der Strecke  freut auch den VRR. „Es hat sich auch hier gezeigt, dass überall dort, wo es Wettbewerb gibt, das  von den Kunden positiv bewertet wird“, sagt VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik. Wenn ein Konkurrenzunternehmen eine Strecke übernehme dann würden in der Regel auch neue Fahrzeuge eingesetzt. Auch das war bei Abellio der Fall. Zudem sei immer wider festzustellen, dass die Fahrgäste in so einer Situation auch mit den Dienstleistungen des Personals besonders zufrieden sind.

Für die Kundenzufriedenheit lässt der VRR laufend die Fahrgäste befragen. Daraus wird dann die Kundenzufriedenheit ermittelt. Bemerkenswert ist, dass die Züge der Deutschen Bahn hier auch diesmal wieder auf den beiden letzten Plätzen landeten.

Erfahrung des VRR ist auch, dass die Fahrgäste bei den Befragungen die Qualität oft besser beurteilen als das die Fakten aussagen. So gehört beispielsweise der Niersexpress auf der linken Rheinseite zwischen Düsseldorf und Kleve zu den Zügen mit der größten Verspätung pro Zug (rund drei Minuten). Trotzdem sind die Fahrgäste hier noch relativ zufrieden. Bei Abellio allerdings entsprechen auch die harten Fakten dem subjektiven Eindruck der Fahrgäste. Beide Abellio-Züge, die über Dinslaken fahren (RB 35 und RE 19), haben weniger Verspätung als der Durchschnitt der Linien im VRR-Bereich (rund zwei Minuten).

Der RE 19 (Düsseldorf - Arnheim) konnte die Verspätung pro Fahrt innerhalb eines Jahres von 1,7 Minuten auf rund 1,4 Minuten senken. 1,3 Minuten Verspätung weist der Qualitätsbericht für den RB 35 (Mönchengladbach - Wesel) aus. Allerdings war der Wert im Jahr 2017 hier noch etwa sechs Sekunden pro Fahrt besser gewesen.