1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Analyse: Kultur in Dinslaken: Perspektiven, Ziele

Analyse : Kultur in Dinslaken: Perspektiven, Ziele

Hintergrund Warum es die SPD für wichtig hält, Künstlern Freiräume für Neues und für mutige Experimente zu schaffen.

Kommunale Kulturarbeit ist mehr als die Pflege des Bewährten. Sie soll auch Freiräume für Neues schaffen, für Experimente und mutige Initiativen. Jungen Künstlern und Künstlerinnen soll sie Chancen eröffnen und Provokationen zulassen. Der städtischen Kulturpolitik kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Nach Überzeugung der SPD Dinslaken muss sie anschieben und ermöglichen, Veranstaltungsorte absichern, Konzepte und Termine koordinieren. "Kulturschaffende sind nicht als Bittsteller zu sehen, sondern als Partner", heißt es in dem SPD-Entwurf für das Kommunalwahlprogramm 2014. Diskutieren wollen Stadtverband und Fraktion das Papier am Dienstag, 25. Februar, ab 18 Uhr im Theatertreff der Kathrin-Türks-Halle. Dazu eingeladen sind Vereine, Initiativen und Einzelkämpfer, die einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in Dinslaken leisten.

Rechts: Ausstellung im Museum Voswinckelshof – die SPD setzt auf neue Präsentationstechniken. Foto: Büttner, Martin (m-b)

Die SPD will mit ihrer Kulturpolitik viele Menschen erreichen. Bildende Kunst, Theater, Film, Literatur und Musik eröffnen neue Horizonte, wecken Neugier und Interesse, schaffen Kontakte und Kommunikation. In Dinslaken gibt es bereits ein vielfältiges und interessanten Kulturangebot, das über einen langen Zeitraum und unter Beteiligung vieler Akteure gewachsen ist. Dies gelte es zu fördern und zu pflegen. Schließlich, so die Überzeugung der SPD, ist es auch ein wichtiger Standortfaktor und muss auch als kulturelles Bildungsangebot verstanden werden, das das Leben in Dinslaken bereichert.

Die SPD nennt als Arbeitsschwerpunkte für die nächsten sechs Jahre als erstes die Kathrin-Türks-Halle. Sie soll aufgewertet werden — durch umfassende Sanierung. Die umfasse neben der energetischen "Überarbeitung" den Sanitärbereich sowie die Veranstaltungs- und Bühnentechnik. Während der Sanierungsphase will die SPD sich um alternative Veranstaltungsorte kümmern. Die Möglichkeiten des Burgtheaters sieht die SPD als noch nicht ausgeschöpft. Der Eingangsbereich müsse umgestaltet werden. Das Dachstudio halten die Genossen für einen "attraktiven Veranstaltungsort" mit besonderer Atmosphäre, den es zu erhalten gelte.

Das Museum Voswinckelshof soll nach der Sanierung und neu konzipierten Dauerausstellung verstärkt auf neue Präsentationstechniken und interaktive Medienangebot setzen. Hier könnte der Filmclub behilflich sein. Dass neben der Dauerausstellung ein Raum für Einzelausstellungen — auch für den Kulturkreis — erhalten bleibt, begrüßt die SPD. Für die Stadtbibliothek wollen die Genossen auch nach Einbau der Selbstverbuchungsanlage hinaus den technischen Standard sichern und vor allem die Weiterentwicklung des neuen Medienbestandes voranbringen. Dem neuen Lichtburg-Kinocenter sagt die SPD ihre volle Unterstützung zu.

Die SPD sieht sich als auch bei Projekten in der Pflicht, die bereits gut laufen, aber ausbaufähig sind. Dazu zählt die Zusammenarbeit der Burghofbühne mit den Schulen. Hilfestellung bieten die Sozialdemokraten der Freilicht AG und Jazz Initiative an sowie den musischen Vereinigungen und Kirchengemeinden bei Konzertveranstaltungen. Die DIN-Tage wollen sie weiterentwickeln, die Musikszene an der Thyssenstraße unterstützen, die Erinnerungskultur wach halten und — ganz aktuell — sich dafür stark machen, dass sich die Altstadt zu einem gastronomische-kulturellen Schwerpunkt entwickelt.

"Städtische Kultur ist die Summe von vielen Aktivitäten", schreibt der stellvertretende SPD-Fraktionschef Johannes Niggemeier. Und dann folgt ein Versprechen, das die Diskussion am kommenden Dienstag spannend machen könnte: "Wir werden nach Kräften an der organisatorischen und finanziellen Absicherung kultureller Angebote arbeiten, um die kulturelle Vielfalt in ihrer Qualität zu sichern." Was das kostet und woher das Geld dafür kommen soll, dürfte Kulturschaffende in Dinslaken brennend interessieren.

(RP)