Künstlerin Heide Hanxleden aus Voerde schreibt Buch über den 9. November

Geschichten über einen Schicksalstag: Heide Hanxleden schreibt ein Buch über den 9. November

An dem Tag jähren sich viele Ereignisse Deutscher Geschichte. Und der Geburtstag der Voerder Autorin

Der 9. November ist ein Schicksalstag der Deutschen Geschichte: Er markiert den Beginn der ersten deutschen Republik, ist gekennzeichnet vom Pogrom gegen die jüdischen Mitbürger und auch der Fall der Berliner Mauer fand am 9. November statt. Die Voerder Künstlerin Heide Hanxleden ist am 9. November 1939 in Wuppertal geboren. In einem kleinen, heiter, besinnlichen aber auch ernsten Büchlein schaut Hanxleden zurück und fragt sich, inwiefern der 9. November auch für sie ein Schicksalstag war. In zahlreichen Geschichten, gespickt mit Anekdoten, geht sie der Frage nach, was ihr das Schicksal geschenkt oder auferlegt hat, was mehr wiegt, das Heitere oder das Schwere? Am Tag ihrer Geburt jährte sich der Pogrom gegen die Juden zum ersten Mal. Seit zwei Monaten herrschte Krieg in Europa, ihr Vater erwartete sehnlichst seinen Einberufungsbefehl, und Hitler war gerade dem ersten Anschlag auf ihn entgangen. Ihre Mutter, in den Wehen liegend, interessierte das alles nicht. Erst Jahrzehnte später wird die Tochter  dem 9. November nachspüren,und schicksalsträchtige Ereignisse auflisten. Sie erzählt sie von den ersten Kriegstagen, vom Enthusiasmus, mit dem die Deutschen in den Zweiten Weltkrieg zogen und wie desillusioniert der Vater recht schnell war. Sie schreibt von den Bombennächten, ihren Fahrten zu den Verwandten nach Norddeutschland, von ihrer Schulzeit in Wuppertal und ihrem Ausflug in die große Welt nach München, von Europa und ihrer ersten großen Liebe, von ihrer Zeit als Volksschullehrerin in Marxloh, von der Heirat, den Kindern, dem Verlust ihrer Tochter, die 18-jährig bei einem Autounfall starb, von der Erkrankung ihres Mannes, ihrer eigenen schweren Leukämiekrankheit, die sie überwand. Und nicht zuletzt von der Kunst, die sie zeitlebens begleiteten sollte.

Eine kurzweilige Lektüre, bei der man in manchen Kapiteln ruhig hätte mehr erfahren mögen. Also noch einmal zur Tastatur greifen und weiter schreiben.

(big)
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