Krippenerfahrung: In Sankt Marien wird ein Hirte zum Bergmann

Krippenerfahrung : In Sankt Marien wird ein Hirte zum Bergmann

Bei der 16. „Krippenerfahrung“ präsentieren Kirchen und Senioreneinrichtungen aus dem Dekanat Landschaften und Figuren.

Nicht nur die Heiligen Drei Könige fanden in ihren goldglänzenden Gewändern am vergangenen Sonntag Einzug an der Krippe in der Sankt-Marien-Kirche in Lohberg. Auch ein Bergmann mit blauem Grubenhemd und weißen Helm kam zur Geburt Jesu und brachte ein Körbchen voll Kohle als Geschenk mit. „Die Krippenfigur war vorher ein Hirte, der mit der originalen Kleidung eines Lohberger Bergmannes eingekleidet wurde“, sagte der Leiter der ehrenamtlichen Krippenbauer, Johannes Boscheinen. Mit dem Ende des Bergbaus habe die Figur eine besonders wichtige Bedeutung für die Gemeinde des ehemaligen Kohlereviers.

Bei der 16. Krippenerfahrung präsentierten 21 Kirchen und drei Senioreneinrichtungen aus Dinslaken, Voerde, Hünxe und Walsum liebevoll inszenierte Krippenlandschaften. Mit dem Einzug der Könige am Dreikönigstag entfalteten die Darstellungen ihre ganze Pracht. Mit vielen kunstvollen Details führten die Krippen die Weihnachtsbotschaft vor Augen und waren ein Ort der Begegnung. Zahlreiche Besucher erkundeten die verschiedenen Inszenierungen und fanden dabei einen Moment zum Innehalten.

Kirchenkrippen sind eine alte Tradition, die auf den Heiligen Franziskus von Assisi zurückzuführen ist. Auch nach Jahrhunderten haben sie ihre Faszination nicht verloren. Häufig wird die Szene der Geburt Jesu unter regionalen und zeitgenössischen Einflüssen interpretiert. Hinzu kommen stetige Veränderungen von Figuren, Hintergründen und Requisiten. „Jedes Jahr ist etwas anders. Beim Aufbau entstehen oft kreative Ideen“, erklärte Boscheinen. Seitdem in den 1960er Jahren die 80 Zentimeter hohen Figuren von der Firma Wehling aus Kevelaer erworben wurden, seien immer wieder neue Figuren – wie das Kamel und einige Hirten – hinzugekommen. Für den aufwendigen Aufbau haben die ehrenamtlichen Helfer in der Sankt-Marien-Kirche um die 50 Stunden gebraucht.

Auch die Krippenlandschaft in der Kirche Sankt Peter in Spellen bewies viel Liebe zum Detail. „Die Gemeindemitglieder waren aufgefordert, im Advent Momente des Glücks und der Freude oder auch der Trauer und Verzweiflung auf einen Strohhalm zu schreiben“, so Pastoralreferent Markus Gehling. Auf diesem Stroh wurde das Jesuskind dann gebettet. Die Figuren seien 2005 von den Frauen aus der Gemeinde gestaltet worden. Dadurch, dass Augen, Nasen und Münder bei den Figuren fehlten, boten sie eine spannende Projektionsfläche. Dieses Jahr fanden Maria, Josef und das Neugeborene in einer Geburtsgrotte Unterschlupf. „Das ist mal was anderes, aber gefällt mir sehr gut. Die vielen Details muss man sich erst einmal einfallen lassen“, sagte Besucher Friedhelm Grote aus Dinslaken.

(sw)
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