Konzert mit Musikern der WDR Big Band am Gymnasium Hiesfeld

Ein absolutes Highlight : Schüler-Big-Band spielte mit zwei Profis

Karolina Strassmayer und Andy Haderer von der WDR Big Band gaben ein Konzert gemeinsam mit den Musikern des Gustav-Heinemann-Gymnasiums Hiesfeld.

Da kam nicht nur der Leiter des Gymnasiums Hiesfeld, Bernd Saalfeld, ins Schwärmen: „Das ist ein absolutes Highlight im Musikleben der Schule überhaupt“, erklärte er in der Dankesansprache am Mittwochabend in der vollen Aula.

Zwei Nummern später sollte sich das Publikum applaudierend von den Plätzen erheben. Die Bigband der Schule, zwei Dutzend junge Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Heike Jäger, hatten rund zwei Stunden Jazz, Swing und Pop vom Feinsten geboten. Und mitten unter ihnen sorgten zwei Grammy-Gewinner für das Tüpfelchen auf dem i.

Wie kam es zu dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit? Die Bigband erhielt so viele Stimmen bei der SparDa-Spendenwahl 2018, dass sich die Nachwuchsjazzer vom gewonnen Geld einen Coachingtag mit Profis leisten konnten. Freitag vor einer Woche nahmen sich die Mitglieder der WDR Big Band, Karolina Strassmayer (Saxophon), Andy Haderer (Trompete) und Billy Test (Klavier), den Holz-, Blech- und Rhythmusgruppen der GHZ-Bigband an, am Mittwoch präsentierte die Bigband in einem gemeinsamen Konzert mit Strassmayer und Haderer, was sie Neues gelernt hat.

Es war ein pures Vergnügen, Karolina Strassmayer, die 2004 als erste Frau in die WDR Big Band aufgenommen wurde, und Andy Haderer, der neben der Mitgliedschaft in der legendären Formation eine Professur für Jazztrompete an der Musikhochschule Köln inne hat, im Kreis der Schülerinnen und Schüler zu erleben. Sie waren nicht Stargäste, sondern agierten tatsächlich als Teil der Bigband. Unterstützten den fetten Sound, reihten sich ein in die Abfolge der Solistinnen und Solisten.

Natürlich sind Instrumentalisten wie diese beiden langjährigen Mitglieder der WDR Big Band, die, wie gesagt an zwei, jeweils mit einem Grammy ausgezeichneten Produktionen mitwirkten, eine Klasse für sich. Und trotzdem gelang es allen auf der Bühne, als kompakter Klangkörper mit individuellen Solo-Einlagen zu agieren.

Der Groove stimmte, der Swing stimmte, der Sound stimmte. Die stilistische Vielfalt reichte von Jazzstandards wie „Birdland“, „Watermelon Man“ und „Don’t mean a thing“ über „Feeling good“, dessen Melodie einmal stimmstark von den beiden GHZ-Ehemaligen Jana Krause und Luisa Homberg und dann zum Schluss noch einmal instrumental von Karolina Strassmayer interpretiert wurde, bis zu Lady Gagas „Pokerface“.

Moderiert wurde der Abend gekonnt und mit viel Humor aus den eigenen Reihen von Sebastian Sanders, Johanna Nienhaus und Hannah Nisbach.

Es war ein musikalisch überaus bereichernder Abend. Und er zeigte, was Schülerinnen und Schüler bei einem entsprechenden pädagogischen Angebot neben dem reinen Unterrichtsstoff fürs Leben als soziale Erfahrung und für die eigene Persönlichkeitsreifung lernen können. Das fand auch Trompeter Andy Haderer: „Wie toll ist es, an der Schule so eine Bigband zu haben. Das hätte ich mir zu meiner Zeit auch gewünscht.“

(bes)