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Kommentar unsere Woche: Ein Feldversuch mit Grundschülern

Kommentar: Unsere Woche : In diesen Ferien wird viel gelernt

Nach zwei Wochen Schule dürfte sich nach und nach zeigen, ob der „Normalbetrieb“, wie das Land Nordrhein-Westfalen ihn nennt, die Infektionszahlen in die Höhe treibt. Sollten sich Kinder untereinander anstecken, dann landen alle in den Ferien in Quarantäne.

Hoffentlich ist der Ranzen gepackt, Montag geht die Grundschule los. Zwei Wochen vor den großen Ferien dürfen alle noch mal zusammenkommen, die Kinder und ihre Lehrerinnen und Lehrer – ohne Abstand rein in die Klassen, ran an den Stoff. Und zwei Wochen später geht es dann in den Urlaub und auf in die Welt, vielleicht sogar ins Ausland, vielleicht auch zu den Großeltern.

Danach zu urteilen, wie sich im Kreis Wesel derzeit die Infektionszahlen entwickeln, könnte das alles sogar gutgehen. Aber das Vorgehen ist dennoch ein großer Feldversuch. Die „Versuchskaninchen“ sind die Familien, und wenn es schief geht, dann tragen sie auch die Folgen.

Nach zwei Wochen Schule dürfte sich nämlich nach und nach zeigen, ob der „Normalbetrieb“, wie das Land Nordrhein-Westfalen ihn nennt, die Infektionszahlen in die Höhe treibt. So lassen sich über die Ferien Strategien für die Zeit danach erarbeiten. Hat’s gut geklappt mit der Schulöffnung? Dann weiter so. War es verheerend? Dann machen wir lieber was anderes. Indem die Klassenverbände nach der Zwei-Wochen-Testphase gleich wieder auseinandergezogen werden, werden etwaige Infektionsherde, sollten sie einmal aufflammen, automatisch entschärft. Man muss nicht über außerplanmäßige Schul-Schließungen entscheiden, da ja ohnehin Ferien sind.

Für die Familien heißt das Ganze leider: Sollten sich Kinder untereinander anstecken, dann landen alle in den Ferien in Quarantäne. Das ist schon übel genug. Noch übler ist die Vorstellung, dass sich das Virus, womöglich gerade in der ersten Zeit noch unentdeckt, durch Urlaubsreisen oder Aufenthalte bei Verwandten weiter verbreiten kann. Immerhin ist NRW eines der am stärksten betroffenen Bundesländer.

In diesen Ferien wird man also noch viel lernen. Hoffentlich gibt es keine bitteren Erkenntnisse.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

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sina.zehrfeld@rheinische-post.de