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Dinslaken-Hiesfeld: Koffer packen gegen das Vergessen

Dinslaken-Hiesfeld : Koffer packen gegen das Vergessen

Viertklässler der Dinslakener Moltkeschule haben ein Projekt zum Thema "Toleranz fördern – Kompetenz stärken" gestartet. Gemeinsam sammeln sie Erinnerungsstücke aus der Zeit des Nationalsozialismus. Stadt fördert die Aktion.

Viertklässler der Dinslakener Moltkeschule haben ein Projekt zum Thema "Toleranz fördern — Kompetenz stärken" gestartet. Gemeinsam sammeln sie Erinnerungsstücke aus der Zeit des Nationalsozialismus. Stadt fördert die Aktion.

In einem Koffer befinden sich normalerweise Kleidungsstücke und Utensilien, die für eine längere Reise benötigt werden. Die Schüler der Dinslakener Moltkeschule packen ihre Koffer jedoch nicht für einen Flug in den Sommerurlaub, sondern befüllen diese mit Büchern, Fotos und anderen Materialien, die an die Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnern sollen. Das Thema des von der Stadt geförderten Projekts lautet "Menschen erinnern sich an die Zeit des Nationalsozialismus — Kinder packen Koffer gegen das Vergessen".

Der Inhalt der gepackten Koffer soll der Öffentlichkeit am 31. Mai des kommenden Jahres im Dachstudio der Stadtbibliothek Dinslaken präsentiert werden. Filmregisseur Adnan Günter Köse wirkt ebenfalls am Projekt mit und soll Interviews der Kinder mit Zeitzeugen auf Film bannen.

Insgesamt neun Kinder aus der vierten Klasse dürfen in Dreiergruppen am Projekt teilnehmen — noch viele mehr hatten sich beworben. Die Projektleitung hat Lehrerin Dörte Beckmann übernommen. Behandelt wird das Thema ein Mal pro Woche. Neben Gruppenarbeiten ist unter anderem auch ein Ausflug zum Otto-Pankok-Museum in Drevenack geplant. "Als wir das Thema vor zwei Jahren einmal im Religionsunterricht angesprochen haben, waren die Kinder gleich mit Feuereifer bei der Sache. Dies hat mich auf die Idee gebracht, ein derartiges Projekt anzustoßen. Nun bin ich froh, dass wir endlich beginnen können", berichtet Beckmann.

Ratsmitglied Lilo Wallerich (Grüne) ist Patin des Projekts und wird es in den kommenden Monaten begleiten. "Aus politischer Sicht war es wichtig, dass es sich um ein förderungswürdiges und in aller erster Linie auch um ein nachhaltiges Projekt handelt. Dadurch, dass die Filmbeiträge auf der Homepage der Schule veröffentlicht werden und auch die gesammelten Erinnerungsstücke für Bildungszwecke später genutzt werden können, ist dies natürlich gegeben", stellte Wallerich fest.

Dinslakens bekannter Filmregisseur Köse wird die Kinder im Rahmen des Projekts bei Interviews mit Zeitzeugen mit einer Kamera begleiten. Diese Videoclips sollen bei der Präsentation im nächsten Jahr erstmalig gezeigt werden. Für Köse könnte Dinslaken auf Grund der vielen Projekte zum Thema sogar eine Vorbildfunktion für ganz Deutschland einnehmen: "Dinslaken war schon immer multikulturell und kann durch derartige Projekte das Thema Toleranz weiter in den Vordergrund rücken."

Projektpatin Willerich sieht dies ähnlich: "Die Bekämpfung rechtsextremistischen Gedankenguts spielt dabei eine wichtige Rolle. Heutzutage sind die Kinder trotz ihres jungen Alters schon so weit, dass sie sich für solche Dinge interessieren und mehr darüber in Erfahrung bringen wollen."

(RP)