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Dinslaken: Knöllchen-Streich vom Ordnungsamt

Dinslaken : Knöllchen-Streich vom Ordnungsamt

Anwohner der Hagenstraße sollten wegen einer Baustelle nicht mehr in ihrer Straße parken. Doch die Bauarbeiter kamen nicht, sondern die Politessen. Und sie verteilten Knöllchen.

Was machen Sie, wenn Sie von der Arbeit heimkommen? Natürlich erst einmal alle Verkehrsschilder in ihrer Straße checken! Oder etwa nicht? Andrea van Cleev ist dieser Bürgerpflicht am 19. September wohl auch nicht nachgekommen - weswegen sie am nächsten Morgen ein Knöllchen an ihrem Wagen hatte. Die Stadt, so sagt die Anwohnerin der Hagenstraße, hatte spontan das Halteverbotsschild mit einem zusätzlichen Pfeil versehen. "Ein Streich des Ordnungsamtes", findet Andrea van Cleev.

Anfang September hätten die Anwohner der Hagenstraße ein Schreiben der Stadt erhalten, mit der Bitte, die Fahrzeuge wegen Straßenarbeiten für zwei Tage nicht im Bereich der Voerder Straße bis zur Hagenschule zu parken. Die meisten Anwohner hätten daraufhin in den Nebenstraßen geparkt, so Andrea van Cleev. Aber: "Nichts geschah - wohl aufgrund des schlechten Wetters" vermutet sie.

"Natürlich", so Andrea van Cleev, parkten die Anwohner eine Woche später wieder wie gewohnt in Wohnungsnähe - auf dem Parkstreifen vor den Parkbuchten der Hagenschule und ordnungsgemäß vor dem Halteverbotsschild. Auch Andrea van Cleev. Und trotzdem "erhielten alle parkenden Autos Strafzettel", ärgert sich die Anwohnerin. Ihrer wurde am 20. September, 8 Uhr, ausgestellt. Wie das sein kann? Das Halteverbotsschild im Bereich der Hagenschule habe "still und leise" einen zweiten Pfeil in die andere Richtung - zur Voerder Straße - erhalten, so dass das Halteverbot nun auch auf dem Parkstreifen gegolten habe.

Ein entsprechendes Halteverbotsschild ausgehend von der Voerder Straße, also am Beginn des neuen Halteverbots, habe gefehlt. Auf Nachfrage habe ihr das Amt erklärt, "dass wir als Anwohner immer verpflichtet seien, uns die Schilder genauer anzuschauen." Heute hat das Schild nur einen Pfeil.

Das Geld, 15 Euro, werde sie bezahlen, sagt Andrea van Cleev. Dennoch ist sie "empört" über das Verhalten der Stadt. Schließlich sei nicht klar gewesen, "wie lange wir kein Parkrecht mehr vor unseren Häusern haben würden." Ältere Nachbarn hätten sich Sorgen gemacht, "wie sie ihre Einkäufe von weit entfernten Parkmöglichkeiten bewältigen sollten." Die Stadt hätte die Anwohner, so findet Andrea van Cleev, einfach informieren können: "Die Kommunikation mithilfe des Anschreibens hatte doch gut funktioniert. Warum bedient sich die Stadt kurz darauf einer solchen hinterhältigen Methode?"

Bei der Stadt versucht man nun, die Lage aufzuklären. Tatsächlich sollten am 14. September an der Stelle Straßenbauarbeiten stattfinden. An diesem Tag sei zwar wegen des Wetters keine Baustelle eingerichtet, aber einige Knöllchen verteilt worden, so die städtische Pressestelle. Auch am Folgetag sei habe die Witterung keine Baustelle zugelassen. Wie es am 20. September noch zu den Strafzetteln kam, das wolle man nun herausfinden.

(aha)