Knappenverein Glückauf lud zur Barbarafeier nach Lohberg

Jörg Buhren-Ortmann kritisiert Ende des Steinkohlebergbaus : Das Aus für den Bergbau macht Kumpel traurig

Bei der Barbarafeier des Knappenvereins Glückauf Dinslaken-Lohberg sprach Jörg Buhren-Ortmann.

Festredner Jörg Buhren-Ortmann, Arbeitsdirektor des Bergwerks Ibbenbüren, nahm auf der Barbarafeier im Saal des Lohberger Ledigenheims kein Blatt vor den Mund, als er über das Ende des Steinkohlebergbaus sprach. „Ich halte das nach wie vor für einen Fehler“, erklärt er. „Es wird kein Steinkohle-Kraftwerk deswegen vom Netz gehen“, sagte er und verwies auf Importkohle, die nun statt der heimischen Kohle in Kraftwerken verfeuert werden würde. „Der einzige Unterschied zur deutschen Kohle ist der Preis“, sagte Buhren-Ortmann.

Der läge nämlich bei gut der Hälfte von dem, was man für deutsche Kohle hätte zahlen müssen. Die höheren Kosten für die deutsche Kohle rechtfertigte der Arbeitsdirektor des Bergwerks Ibbenbüren mit den hohen Sicherheitsstandards, dem Aufwand an Technik und auch dem Grad der Ausbildung der deutschen Bergleute. „Wir können stolz darauf sein, dass kein Bergmann ins Bergfreie gefallen ist“, erklärte er zum bevorstehenden Aus für die Zechen in der Region. „Der Kumpel geht, aber die Haltung, mit der er die Region geprägt hat, wird bleiben“, war sich Jörg Buhren-Ortmann sicher.

Die Bedeutung des Bergbaus betonte auch Dinslakens Bürgermeister Michael Heidinger in seiner Gastrede. „Wir alle wissen, dass es nach dem Krieg vor allem die Bergleute waren, die dafür gesorgt haben, dass der Wohlstand hier in Deutschland so entstehen konnte“, erklärte er. Der Bergbau habe das Land ebenso geprägt wie die Stadt. „Wir wollen den Stolz der Bergleute in die Zukunft retten“, erklärte der erste Bürger der Stadt.

„Wir werden sehr traurig sein, wenn unsere letzten beiden Zechen schließen“, sagte Hermann Dolar, der Vorsitzende des Knappenvereins Glückauf Dinslaken-Lohberg. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass dieser Verein  nach wie vor der mitgliederstärkste im gesamten Landesverband ist. „Eines Tages werden wir wohl auch verschwinden, aber bis dahin wollen wir das Beste aus der Situation machen“, sagte Hermann Dolar.

Gemeinsam stimmten die Sänger des MGV Concordiamit den Knappen und ihren Gästen zur Barbarafeier als deren Höhepunkt das Steigerlied an.

(fla)
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