Klimaschutz: Dinslaken will CO2-neutrale Stadt werden

Kommunen setzen auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz : Stadt Dinslaken will CO2-neutral werden

Klimaschutz wird in Dinslaken, Voerde und Hünxe als äußerst wichtig angesehen. Alle drei Kommunen haben bereits eigene Konzepte.

Wenn Jugendliche an einem Freitag auf die Straße gehen, wie heute in Dinslaken, dann demonstrieren sie unter dem Motto „Fridays For Future“ für den Klimaschutz. In den Kommunen ist die Thematik des Klimaschutzes mit den Aspekten des Umweltschutzes wie der Nachhaltigkeit schon lange angekommen. In der Hünxer Gemeindeverwaltung ist Katharina Bardenheuer als Klimaschutzbeauftragte tätig, in Dinslaken ihr Amtskollege Rüdiger Wesseling. Auch die Voerder Verwaltung misst dem Klimaschutz so große Bedeutung bei, dass auch dort eine solche Kraft eingestellt werden soll, wie der Voerder Beigeordnete Wilfried Limke erklärte. Die neue Stelle wird in diesen Tagen ausgeschrieben und soll noch in diesem Jahr besetzt werden.

Alle drei Kommune verfügen über ein eigenes kommunales Klimaschutzkonzept, dessen erklärtes Ziel es unter anderem ist, die CO2-Bilanz zu senken. Handlungsfelder, die im integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Dinslaken ausgewiesen werden, sind die kommunale Verwaltung; eine nachhaltige Stadtentwicklung; private Haushalte; Wirtschaft, Industrie, Verwaltung; Energieversorgung und Verkehr. „Die Infrastruktur für den Bürger muss nachhaltig sein“, sagt der Dinslakener Klimaschutzmanager Rüdiger Wesseling. Er sieht es beispielsweise als eine Aufgabe der Stadt an, Angebote zu schaffen, damit die Bürger sich klima- und auch umweltfreundlich verhalten können. Die Kommune fördert die E-Mobilität, so gibt es zehn Elektroladestationen, vier weitere sind geplant. Fahrzeuge mit Elektroantrieb parken im Stadtgebiet kostenlos. Der Ausbau der Radwege wird vorangetrieben. Das Fassaden- und Dachprogramm, das begrünte Dächer vorsieht, ist ebenso ein Beitrag gegen die Aufheizung in der Innenstadt wie der Umbau des Stadtparks am Rathaus. Geht es um Klimaschutz, richten sich die Augen in Dinslaken nach Lohberg. Das dort noch im Entstehenden begriffene neue Quartier auf dem früheren Zechengelände wird gemeinsam mit der Gartenstadt Lohberg zum CO2-neutralen Standort entwickelt. Schon jetzt werde dort mehr Energie (mit Windrad auf der Halde, Photovoltaikanlage auf der Kohlenmischhalle, Grubengaskraftwerk) produziert als in Lohberg verbraucht werde. „Gesamt Dinslaken soll CO2-neutral werden“, umreißt Wesseling das angestrebte Ziel für die Stadt. Der neu geschaffene Teich im Lohberger Bergpark ist nicht nur schön anzusehen, er erfüllt auch einen speziellen Zweck und dient als Regenrückhaltebecken. Denn, so Wesseling, es gehe auch darum, die Folgen des bereits eingetretenen Klimawandels, die sich durch Starkregen- der Hitzeereignisse zeigen, abzumildern. Deshalb werden in der Stadt neue Grünflächen geschaffen. „Als global nachhaltige Kommune muss Dinslaken jede Entscheidung auf Nachhaltigkeit hin überdenken“, sagt Wesseling. Er freut sich, dass die Jugend auf die Straße geht und so das Thema Klimaschutz nach vorn bringt.

„Das Thema Klimaschutz ist omnipräsent in der Verwaltung“, bekräftigt der Voerder Beigeordnete Wilfried Limke. Er nennt einige Beispiele, wie Anschluss der Sportanlage von SV 08/29 an die Fernwärme; Konzepte, bei denen jeder Baustoff auf seine Nachhaltigkeit getestet wird; energieeffiziente Ertüchtigung der Schulen; Nutzung von Erdwärme; das Projekt energieeffiziente Gewerbegebiete; Ausstattung der kommunalen Gebäude mit intelligenter Steuerung zur Reduzierung des Energieverbrauchs; Umstellung der öffentlichen Beleuchtung auf LED; Ladestationen für Elektro-Fahrräder und -Autos (zwei neue geplante Standorte in Spellen sowie Friedrichsfeld); Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Zudem reagiert die Kommune auf die Folgen des Klimawandels, das schlägt sich beispielsweise im Hochwasserrisikomanagement nieder. „Wir tun eine ganze Menge für den Klimaschutz“, sagt Limke. Diese Thematik fließe in die tägliche Arbeit mit ein. Der neue Voerder Klimaschutzmanager „muss dafür sorgen, dass es weitere Projekte gibt“, so Wilfried Limke. „Wir werden noch sehr viel mehr machen müssen, es ist noch lange nicht genug.“

Klimaschutz wird in der Hünxer Gemeindeverwaltung, die bereits eine Klimaschutzmanagerin hat, als so wichtig angesehen, dass geplant ist, zum 1. Juli eine neue Kraft einzustellen, die sich schwerpunktmäßig als Klimaschutzmanagerin um die kommunalen Gebäude kümmern wird, sagte Klaus Stratenwerth, Leiter der Allgemeinen Verwaltung der Gemeinde Hünxe. Die Kommune kaufte drei Elektrofahrzeuge, beteiligt sich am Stadtradeln, setzt Energiesparmaßnahmen an Schulen um, bietet den Bürgern Information und spezielle Beratungen an, will sie dazu motivieren, Grünflächen in Vorgärten zu erhalten und nicht in Steingärten umzuwandeln. Zudem wird ständig geprüft, welche Förderprogramme genutzt werden können.

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