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Dinslaken lernt Schwimmen: Klaraschüler trainieren fürs Seepferdchen

Dinslaken lernt Schwimmen : Klaraschüler trainieren fürs Seepferdchen

Aktion des Lions Club Dinslaken 2012 und der Rheinischen Post motiviert Drittklässler zum Mitmachen.

In der Klasse 3b der Klaraschule haben 13 Kinder das Seepferdchen. Senem und Joel schafften sogar schon Bronze, fünf ihrer Mitschüler sind noch ohne Schwimmabzeichen. Das soll sich ändern, denn angespornt durch die Aktion des Lions Club Dinslaken 2012 und der Rheinischen Post wollen sich alle Kinder im Unterricht bei Christina Raczkowiak und Uwe Schwarz verbessern.

"Als sie hörten, dass das Projekt weiterläuft und sie bei einem neuen Abzeichen mit Foto in die Zeitung kommen können, war das für sie eine richtige Motivation. Daran sieht man, welche Substanz dahintersteckt", berichtet Sportlehrer Uwe Schwarz.

Zum Warmmachen geht es für alle zunächst in das Lehrschwimmbecken des DINamare. Bei einer Wassertiefe von 94 Zentimetern darf für fünf bis zehn Minuten herumgetobt werden, allerdings gelten jetzt schon die Spielregeln: Auf dem Weg zum Becken wird nicht gerannt, keiner springt ins Wasser hinein, und lange Haare werden zum Zopf gebunden.

Nach den Herbstferien muss der eine oder andere Grundschüler noch einmal im theoretischen Teil, er folgt auf das Warmmachen, an die Regeln erinnert werden. "In den zwei Wochen ist wohl bei Euch etwas verloren gegangen", sagt Christina Raczkowiak, die sich danach um die Nichtschwimmer kümmert, während ihr Kollege die Schwimmer mit ins Sportbecken nimmt.

Mit ins Wasser dürfen die Pädagogen nur zur Rettung im Notfall: "Die Arm-Bein-Koordination ist für die Kinder sehr schwierig, weil sie sich meist nur auf eine Sache konzentrieren. Deshalb wäre es wesentlich besser, wenn wir mal ins Wasser könnten und sie bei den Schwimmbewegungen führen könnten, doch dann würden wir die Übersicht über alle Schüler verlieren. Die haben wir nur draußen am Beckenrand und so geht das Führen leider nicht", meint Uwe Schwarz.

Für die beiden Lehrer gehört das Schwimmen wie das Radfahren zu den Grundqualifikationen, die ein Kind erlernen muss. Uwe Schwarz stellt jedoch fest, dass es den Kindern in der bewegungsärmeren Zeit heutzutage im Vergleich zu früher an Körperspannung fehlt. Daher würde er sich mehr Wochenstunden für den Sportunterricht wünschen. "Vier oder fünf wären uns lieber. Dann könnten wir Schwimmen und die anderen Sportarten im Stundenplan kombinieren", findet der Pädagoge, der aber guter Dinge ist, dass fast alle seiner Schüler zumindest mit dem Seepferdchen zur weiterführenden Schule wechseln werden.

"Die Quote ist in den vergangenen Jahren viel besser geworden, aber das Seepferdchen reicht eigentlich nicht aus, weil es keine Wassersicherheit bedeutet. Aber an der Sicherheit im Wasser trainieren wir ja und wer auch noch privat mit seinen Eltern schwimmen geht, bei dem geht es noch schneller, als wenn man nur einmal in der Woche ein Halbjahr lang mit der Schule ins Wasser geht."

Was Uwe Schwarz noch auffällt: Immer mehr Schüler gewöhnen sich zu früh an eine Schwimmbrille, die sie bei den Prüfungen aber nicht tragen dürfen: "Wir wollen ja Alltagssituationen widerspiegeln und dann fällt es manchen extrem schwer, die Brille abzunehmen. Das ist ein Phänomen der Neuzeit."

Den Kindern machen die Übungen mit den Brettern oder Poolnudeln jedenfalls sichtlich Spaß und sie ziehen gut mit: "Wenn gut gearbeitet wird, dann geht es am Ende zur Belohnung auch auf die Rutsche und dann machen wir mit der Zeitmessung einen kleinen Wettbewerb", sagt der Lehrer.

(gaa)