Dinslaken: Kinder nicht abstempeln

Dinslaken: Kinder nicht abstempeln

Begeistert zeigte sich die Schülervertretung, als der Rotary Club Wesel-Dinslaken sein Projekt "Sprache verbindet" am Gymnasium des Gustav-Heinemann-Schulzentrums vorstellte. Sofort war klar: Es würden sich viele Schüler finden, die an dem Projekt teilnehmen. Was sie daran reizt, erzählten sie gestern der RP.

"Für mich ist es wichtig, eine andere Kultur kennen zu lernen. Ich hatte bislang kaum Kontakt zu türkischen Familien. Dass es noch acht Euro pro Stunde gibt und ein Zeugnis von den Rotariern, was sich gut bei Bewerbungen macht, ist nur ein positiver Nebeneffekt", erklärte die 18-jährige Rosa Duchna aus der Jahrgangsstufe 12. Niklas Graf (19) aus der Jahrgangsstufe 13 ergänzte: "Viele Kinder mit Migrationshintergrund sind schlau, werden aber von vornherein abgestempelt. Dieses Projekt dient dazu, Brücken zu bauen – und zwar nachhaltig." Ein weiteres Plus sei, so Graf, dass nicht nur die Kinder von dem Projekt profitieren, sondern auch die Eltern.

Diese Erfahrung machte auch Florian Köpke (15) aus der Klasse 9a: "Bereits beim ersten Besuch haben sich alle gefreut, dass jemand da ist, der sich mit ihnen unterhält und spielt. Beim nächsten Besuch kam die Mutter dazu." Von ihrem ersten Besuch tief beeindruckt war auch Linda Sträter (14), ebenfalls aus der 9a: "Ich habe hauptsächlich mit dem Vater gesprochen, da die Mutter kein Deutsch kann." Ein Manko, das viele Elternteile eint. Schüchtern seien sie daher beim ersten Kontakt mit den Scouts.

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Positiv kommt bei den Schülern an, dass es sich um keine klassische Nachhilfe handelt. "Wir vermitteln alles spielerisch", erklärte Julia Schroer (18) aus der Jahrgangsstufe 12. Problematisch sei allerdings oft, dass die Kinder sich mit ihren Geschwistern ein Zimmer teilen, was die Konzentrationsfähigkeit mindere. Häufig laufe ein Fernseher mit türkischen Sendern.

(RP)
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