Kimashuku Primary School: Dinslaken hilft, ein Ausbildungswerkstatt zu bauen

Hilfe für Kinder in Afrika : Hiesfeld bringt Bildung nach Tansania

An der Kimashuku Primary School wurde Dank der Unterstützung aus Dinslaken eine Ausbildungswerkstatt gebaut. Somit bietet sich für Kinder eine Perspektive, einen Beruf als Schreiner oder Schneiderin zu ergreifen.

Derselbe Planet, dieselbe Zeit, eine andere Welt. Man kann es sich beschreiben lassen, aber nicht vorstellen, wenn man selbst noch nicht dagewesen ist, lautet die gleichbleibende Einschätzung von Renate Posth und Andreas Vestring. Die beiden, sie die Vorsitzende des Kimashuku-Primary-School-Vereins und er, ihr Stellvertreter, waren beide dort: auf den staubige Wegen zwischen den Maisfeldern, in den Lehmhütten der Bewohner in der Umgebung von Moshi in Sichtweite des Kilimandscharo und in der Kimashuku Primary School, deren Ausbau der gleichnamige Verein von Hiesfeld aus seit 23 Jahren mit Spenden und persönlichem Engagement vorantreibt.

Andreas Vestring begleitete Renate Posth zum ersten Mal nach Tansania. Zurück in Hiesfeld beschreibt er die Anfahrt zur Schule über den Holperweg voller Schlaglöcher, den Staub, der einen im offenen Wagen einhüllt. Und dann der erste Blick auf die Schule, auf die neue Ausbildungswerkstatt, dem gemeinsamen Nachhaltigkeitsprojekt mit der Stadt Dinslaken, gefördert von Engagement Global, dem Service für Entwicklungshilfen in Düsseldorf.

Bildung und Ausbildung. Die Hilfe aus Dinslaken hat das Gesicht der Kimashuku Primary School geprägt. Nicht nur in Bezug auf die Häuser und Ausstattung, sondern auch auf das Lernklima.

Bildung schafft Perspektive, sagt man, aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Welche Perspektive haben die Kinder, wenn sie die Primary School verlassen? Rund 30 Patenschaften hat der Verein vermittelt, sie ermöglichen Kindern mit entsprechend guten Abschlusszeugnissen den Besuch einer weiterführenden Secondary School, gegebenenfalls auch das College. Wege, die sonst verschlossen blieben.

Gute Schulen kosten Geld und selbst die freien staatlichen Schulen verlangen Unkostenbeiträge für das Essen und den Wachdienst der Schulen, die für die Eltern, die sich oftmals als Tagelöhner durchschlagen, nicht bezahlbar sind. Die Patenschaften ermöglichen den Schulbesuch, und inzwischen kann Renate Posth bei ihren Besuchen alle zwei Jahre Mitarbeiter im Tourismus, Lehrer oder Elektriker in Brot und Arbeit treffen, die bei aller Begabung sonst wohl keine Chance gehabt hätten.

Aber was ist mit denjenigen, die nicht die Qualifikation für eine Secondary School haben? Für diese Schülerinnen und Schüler bietet die neue Werkstatt nun eine echte Perspektive, selbst für sich tätig zu werden: als Schreiner, als Schneiderin. Angestellt oder selbstständig, auf jeden Fall ausgebildet in einem Handwerk mit praktischem Nutzen. Mit einem Können, mit dem man sich in Tansania eine Existenz aufbauen kann.

So sinnvoll und nachhaltig fand Engagement Global die Idee von Renate Posth und ihrem Verein, dass der Service bereit war, eine bedeutend höhere Fördersumme zu geben, als sie der Verein ursprünglich angefragt hat.

(bes)
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