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Dinslaken: Keine Kunst, sondern Straftat

Dinslaken : Keine Kunst, sondern Straftat

Illegale Graffiti verärgern Hausbesitzer und Verkehrsbetriebe. Polizei-Pressesprecher Jürgen Müller erklärt, warum Graffiti die Sprayer teuer zu stehen kommen können.

Sie kommen meistens in der Nacht, und was sie an Hauswänden, Bussen und Bahnen hinterlassen, ist ein Ärgernis für Gebäudebesitzer wie Verkehrsbetriebe. Graffiti können die Sprayer teuer zu stehen kommen. Darauf macht jetzt die Kreispolizeibehörde Wesel mit einer Kampagne aufmerksam. Über illegale Graffiti und die Folgen der „Sprühkunst“ sprach Angelika Ritzka mit Jürgen Müller, Pressesprecher der Kreispolizei Wesel.

Herr Müller, sind Graffiti eine Lappalie?

Müller Durchaus nicht. Wenn Graffiti auf fremdem Eigentum aufgebracht werden, handelt es sich um eine Straftat. Wird der Sprayer erwischt, muss er mit doppelten Konsequenzen rechnen: Zum einen mit strafrechtlichen, die sich in einer Geld- oder Freiheitsstrafe niederschlagen können. Zum anderen mit zivilrechtlichen: Der betroffene Hauseigentümer kann die Summe, die ihn das Entfernen der Graffiti kostet, vom Sprayer zurück verlagen. Da es sehr viel kostet, Graffiti wieder von den Wänden zu bekommen, kann das Sprühen für die Täter teuer werden.

Wie groß ist das Problem von Graffiti in Dinslaken, Voerde und Hünxe?

Müller Wir von der Polizei können hier im einzelnen keine Zahlen nennen, da Graffiti in der Statistik als Sachbeschädigungen erfasst werden. Es ist auf jeden Fall so, dass Graffiti kein herausragendes Phänomen im gesamten Kreis Wesel sind und damit auch nicht in Dinslaken, Voerde und Hünxe.

Kommen alle Schmierereien auch zur Anzeige?

Müller Das glauben wir nicht. Vielmehr gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Wir raten Betroffenen, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten. Das hilft auch bei unserer polizeilichen Arbeit weiter und bringt Erkenntnisse, die möglicherweise beim Ergreifen der Täter hilfreich sind.

Gibt es im Stadtgebiet spezielle Bereich, die besonders betroffen sind?

Müller Grundsätzlich suchen sich Sprayer große Flächen, die von vielen Menschen gesehen werden. Aber auch Brücken sind beliebte Orte.

Was sollten Hausbesitzer tun, deren Gebäude besprüht worden ist?

Müller Sie sollten ein Foto von den Graffiti machen und unbedingt bei der Polizei Anzeige erstatten. Dann sollten die Graffiti rasch entfernt werden, sonst besteht die Gefahr, dass bald neue hinzu kommen. Um genau das zu vermeiden, raten wir auch dazu, Bewegungsmelder einzusetzen und dunkle Ecken nachts auszuleuchten.

Was können Eltern tun, die den Verdacht haben, ihr Kind könnte Graffiti sprühen?

Müller Sie sollten mit dem Kind ein klärendes Gespräch führen. Dabei ist es wichtig, dem Kind deutlich zu machen, dass es sich um eine Straftat handelt. Unbedingt sollten Eltern auch darauf hinweisen, wie teuer Graffiti werden können.

Nun gibt es ja durchaus Jugendfreizeiteinrichtungen, die Kurse im „legalen Sprayen“ anbieten. Was ist davon aus polizeilicher Sicht zu halten?

Müller Wenn es solche Kurse gibt, sollte in ihnen auch deutlich gesagt werden, dass das Besprühen von fremden Flächen ohne Einwilligung Sachbeschädigung ist. Nur gegen legales Sprayen ist nichts einzuwenden.

Wie sieht’s die Polizei: Sind Graffiti Kunst?

Müller Aus Sicht der Polizei sind illegale Graffiti eindeutig keine Kunst, sondern Sachbeschädigungen. MEINUNG

(RP)