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Dinslaken: Keine Chance für Zukunfts-Visionen

Dinslaken : Keine Chance für Zukunfts-Visionen

Gescheitert ist der Versuch des Architekturbüros Neuhaus & Bassfeld, im Planungsausschuss seine Zukunfts-Visionen fürs Bärenkamp-Areal vorzustellen. Aus Rücksicht auf den Trabrennverein setzte die Politik den Punkt ab.

Gescheitert ist der Versuch des Architekturbüros Neuhaus & Bassfeld, im Planungsausschuss seine Zukunfts-Visionen fürs Bärenkamp-Areal vorzustellen. Aus Rücksicht auf den Trabrennverein setzte die Politik den Punkt ab.

Bernd Bassfeld wollte der Politik gestern eine Vision erläutern, keine Pläne vorstellen. Doch dazu kam es nicht. Die SPD wollte kein Wort über den städtebaulichen Entwurf für das Gelände der Trabrennbahn hören. Helmut Eisermann nannte es "unredlich", eine solche Fläche für eine Vorberatung überhaupt in Betracht zu ziehen. "Solche Planungen anzustreben sind für den Trabrennverein fast geschäftsschädigend", sagte er und beantragte, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Dafür fand sich eine große Mehrheit.

Baudezernent Dr. Thomas Palotz hatte zuvor vergeblich versucht zu erklären, dass es hier nicht darum gehe, in einen konkreten Planungsprozess einzusteigen. Die Stadt Dinslaken stehe zum Pachtvertrag mit der Trabrennbahn, betonte er. "Wir wollen uns über das Gelände lediglich Gedanken machen, sonst nichts."

Auch von der CDU kam der Einwand, dass es doch wohl erlaubt sein müsse zu überlegen, was sich mit einer solch großen Fläche theoretisch anstellen lasse. Auch er fruchtete nichts. Diese Planung käme frühestens in 20 Jahren zum Tragen, sagte Karl-Heinz Geimer (SPD). Dass sie dann überhaupt noch aktuell sei, bezweifelte er. UBV-Fraktionschef Heinz Brücker schloss sich der SPD-Argumentation an. Hier werde ein falsches Signal gesendet: "Der Bär ist noch nicht tot, aber wir verteilen schon mal sein Fell." Bernd Bassfeld stellte klar, dass es seinem Architekturbüro nicht darum gehe, ein problematisches Projekt zu präsentieren. Wenn der Trabrennverein es schaffe, den Trabrennsport wieder zu einem Magneten für Dinslaken zu machen, werde es keinen Grund geben, über Alternativen für das Gelände nachzudenken. Bassfeld machte zugleich deutlich, dass hinter dem Seequartier die Idee stehe, den Bärenkamp insgesamt zu einer guten Adresse zu machen. Das Carrée sei bereits ein wichtiger Schritt dorthin gewesen. "Wir haben hier viel Geld und Zeit investiert."

Grünes Licht gab es für die Aufstellung des Bebauungsplans für den Bereich beidseitig der Gerhard-Malina-Straße zwischen der Hünxer Straße und der Firma Benteler. Um die zentralen Versorgungsbereiche zu sichern und wohnortnahe Versorgungsstrukturen zu erhalten, soll die Fläche als eingeschränktes Gewerbegebiet und als Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel mit Sortiment für die Nahversorgung festgesetzt werden. Die dort angesiedelten Betriebe Edeka und Lidl widersprächen zwar dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt, argumentiert die Verwaltung. Schädliche Auswirkungen auf Nahrungs- und Genussmittelgeschäfte in der Innenstadt seien nicht auszuschließen. Dennoch wolle man den Bestandsschutz für beide Märkte durch die Ausweisung des Sondergebiets gewährleisten. Den Bestand von Lidl am jetzigen Standort stellt die Verwaltung mittelfristig infrage. Seitens der Firma liegt aktuell ein Antrag für den Abbruch des vorhandenen Markts und den Neubau eines größeren Marktes vor.

(RP)